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Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 4)

 
„Die Wiedererweckung der Künste", Relief von Matthäus Donner, nach der Photographie von Wlha (im 
ehemaligen Palais Bräurler, Wien) 
Rechts sitzt ein nackter Jüngling unter einem Baum, in der herabhängenden 
Linken den Reisestab; auf dem Boden liegt die Tasche. Die ausgestreckte 
rechte Hand weist empfehlend und bittend auf einen geflügelten Amor mit 
Bogen und Pfeil, der die Linke zu einer jungen Frau emporstreckt. Letztere 
erhebt warnend oder abweisend den linken Zeigefinger und hat den rechten 
Arm auf dem Kopf einer weiblichen Herme gestützt. Nach links schließt 
die Szene eine niedrige Pyramide ab. 
Offenbar hat für dieselbe die Cestius-Pyramide Modell gestanden. Die 
Darstellung der Plakette ist wohl durch einen Stich nach einer Antike oder 
einen Abguß nach irgendeinem antiken Vorbild, vielleicht auch durch eine 
Antike der Sammlung Josef de France, wie Kabdebo" annehmen möchte, 
beeinflußt worden, und etwa als Überredung zur Liebe aufzufassen. Für die 
erste Plakette, den Abschied des Adonis, ist eine solche antike Quelle sicher 
auch anzunehmen. Nahe Verwandtschaft zeigt zum Beispiel der Sarkophag 
mit demselben Sujet (abgebildet bei Riegl, Spätrömische Kunstindustrie in 
Österreich-Ungarn, Seite 77). 
Beziehungen zu signierten oder anerkannten Werken G. R. Donners und 
seines Bruders Matthäus bieten die Plaketten genug. Da ist zunächst die von 
den akademischen Studien herrührendeVorliebe für antike Motive. Die Cestius- 
Pyramide kehrt zum Beispiel wieder auf dem Relief G. R. Donners, die 
Schmerzen Mariae daxstellend, das im Münzamt und im Kunsthistorischen Hof- 
museum, an letzterem Ort in rotem Wachsmodell, erhalten ist. Auch die ruhende 
ägyptische Sphinx auf Matthäus Donners „Wiedererweckung der Künste" 
"' Dr. Heinrich Kabdebo, Matthäus Donner und die Geschichte der Wiener Grzveurakademie in der 
ersten Periode ihres Bestandes. Wien 1880.
	        

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