MAK

Full text: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 11)

der Behandlung des Materials hat die Künstlerin eine eigene Technik, die sie 
durch Experimente gewonnen hat. Ihre Entwürfe sind geschmackvoll und 
zeigen, daß sie wohl durch Muchas Einfiuß der Moderne näher gebracht 
wurde, als dies im allgemeinen bei den hiesigen Kunsthandwerkern der Fall ist. 
Eine andere Ausstellerin von Ledersachen, die vorzügliche Arbeiten bot, war 
A. Granger. Sie zieht den Lederschnitt 
nach Wiener Methoden vor. Nur für die 
Färbung des Leders durch flüssige 
Farben hat sie ihre eigene Art. 
Erwähnt zu werden verdient auch 
der Campaneros Shop in San Francisco. 
Von dieser Firma werden hauptsäch- 
lich Geldbeutel, Kartenhalter und Lam- 
penteller individuell und geschmackvoll 
ausgeführt. 
Unter den Ausstellern von Kunst- 
bucheinbänden fehlte leider unser be- 
deutendster Kunstbuchbinder M. Zahn 
aus Memphis, Tennessee, wo er der 
Toofschen Binderei vorsteht. Seine Ar- 
beiten können mit den besten des Aus- 
lands konkurrieren. 
Von den Ausstellern, die ge- 
schmackvolle und gediegene Kunstein- 
bände geschickt hatten, seien Gertrude 
Stiles, B. Lexow, R. Miller und E. Laatz 
hervorgehoben. Ihre Arbeiten kamen 
der Moderne nahe, ohne allerdings 
persönliche Züge aufzuweisen. Für 
manche Einbände waren noch so alt- 
modische Fileten gebraucht worden, 
daß die Aussteller die Bücher wohl nur 
der sauberen Arbeit wegen gesandt 
hatten. Auch der Titelsatz ließ oft viel 
zu wünschen übrig. Immerhin ist hier 
kein Mangel an guten Handvergoldern, 
nur scheinen sie noch zu sehr an den alten Mustern zu hängen. Bis jetzt hat 
man noch nicht den Eindruck, daß sie für das Buch charakteristische Ent- 
Würfe zu bringen vermögen. Ausnahmen machen nur Zahn und einige andere. 
Besonders reich war die Ausstellung der Society of National Craftsmen 
wieder im Schmuckfach. Zum großen Teil und mit sehr guten Arbeiten waren 
die Kunsthandwerker vertreten, über die ich in meinen beiden letzten Ar- 
tikeln geschrieben hatte. Zu ihnen gehören Mabel V. Luther, Josephine 
H. Shaw und Grace I-Iazen, die alle wieder eigenartige Arbeiten ausgestellt 
Pult aus der Kunstschnitzereischule von K. Rydings- 
värd, Newyork 
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