MAK

Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 11)

hier nun eine Werkstätte für Textilarbeiten ein- 
gerichtet, deren Erzeugnisse Anklänge an orien- 
talische Muster haben. Zu seinen beliebtesten 
Farben gehört ein helles Pfauenblau als Grund, 
auf dem dann Orangefarben, sowie mattroter, 
brauner und grüner Dekor in wirksamer Weise 
hinzutreten. 
Auch Mary Gray wird durch den Orient 
beeinHußt. Das bewiesen ihre ausgestellten Vor- 
hänge. die mit Malereien dekoriert waren. 
In Aufschwung kommt neuerdings die künst- 
lerische Korbfiechterei. Das zeigten auch viele 
Arbeiten in dieser Ausstellung. Am besten ge- 
fielen mir die Körbe von Jennie Clinton. Sie sind 
aus farbiger Rafüa verfertigt und mit stilisierten 
Blumen und Vögeln verziert. Die Arbeiten 
waren durch Indianermuster beeinfiußt. Ge- 
schmackvolle Arbeiten hatte auch Mimie B. 
Clayton ausgestellt. Die übrigen Sachen waren 
hübsch, aber nicht hervorragend. Sehr dürftig war das Möbelfach vertreten, 
wenigstens was die Quantität betrifft. Die bemerkenswerten Aussteller waren 
eigentlich nur Karl Rydingsvärd und seine Schüler. Was diese gebracht 
hatten, war reichhaltig und interessant. 
Rydingsvärd ist von Geburt Schwede, der in seiner Heimat Holzschnitzer 
war. Als solcher hat er hier eine Spezialschule gegründet, die die erste im 
Lande wurde. Er hat auch die kräftigen und ausdrucksvollen Stile der Is- 
länder und Skandinavier eingeführt. Nach seinem System sind im Teachers 
College der Columbia Universität, der Rhode Island School of Design und 
andern bedeutenden Instituten des Landes Klassen eingeführt worden. Seine 
eigene Spezialschule in Newyork wird von Angehörigen aller Stände besucht. 
Außer denen, die sich des Erwerbs wegen der I-Iolzschnitzerei und Kunst- 
tischlerei als Beruf widmen, nehmen in dieser Schule auch reiche Frauen 
und Mädchen Unterricht. 
Was nun die Töpferei anbelangt, so zeigte sie, wie immer in Newyork, 
auch in der Ausstellung der National Society of Craftsmen viel des Guten. 
Während in der vorletzten Saison die großen Firmen, wie Grueby, Rook- 
wood, Van Briggle und andere dieser Ausstellung fern geblieben waren, 
hatten sie sie diesmal reich beschickt. Hervorzuheben sind die schönen, hell- 
farbigen Vasen, die Rookwood ausgestellt hatte. Geschmack verrieten auch 
die Vasen in antiker Form von der Marblehead Pottery. 
Besondere Bedeutung kommt den Vasen der Damen Hardenbergh und 
Penman zu. Sie lieferten durchaus individuelle Arbeiten. Ein großer Teil der 
Gefäße zeigte eine dunkle Tönung. Alle Arbeiten waren künstlerisch und 
bewiesen technische Geschicklichkeit. 
 
Stuhl aus der Kunstschnitzereischule 
von K. Rydingsvärd. Newyork
	        

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