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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1865 / 1)

Wenn die Auüräge geringer werden, so kömmt es nicht selten vor, 
dass Meister, Gesellen und Lehrlinge in die Schule gehen, zeichnen und 
modelliren. Das ist Allen schon klar geworden, dass dasjenige , was sie 
in der Schule lernen, ein reeller Gewinn für das Leben ist. 
In Steinschönau ist nichts von den socialen Nlissverständnissen, die 
in anderen Fabricationszweigen häufig vorkommen, zu merken. Die Meister 
arbeiten mit Gesellen und Lehrlingen in ihren Wohnungen und leheu durch- 
weg in geregelten Familienverhältuissen. Das tactvolle und humane Vor- 
gehen der grossen Kaufhäuser in Steinschönau und Haida. trägt das Sei- 
nige zu der Verbesserung und Hebung socialer Zustände bei. 
Kleinere Mittheilungen. 
(Programm der Vorlesungen im Museum.) Die alljährlich statutsnmissig 
absuhaltcuden Vorlesungen werden im bevorstehenden Winter folgende Gegenstände um- 
fassen: 
l. Director B. v. Eitelberger wird drei Vorlesungen halten: 1. über das Kunst- 
lebeu in Oesterreich im Verhältniss zum Museum; 2. über die Ausstellung der Glasrnosaiken 
des Dr. Salviati und der Scwolu. d'or-nah in Venedig und 3. über die diesjährige Aus! 
stellnng der Unima neutrale den beaux-arts in Paris." Diese Vorlesungen beginnen Donners- 
tag den 26. October 6 Uhr Abends. 
2. Herr Architekt Ferstel eröEnet Montag den 30. October eine Reihe von 
populären Vorlesungen (voraussichtlich 6-8) ,iiber Perspective," mit besonderer Rücksicht 
auf Künstler und Gewerbetreibende. 
3. C u s to s Falke hält sechs Vorlesungen „über den Entwickelungsgang des modernen 
Geschmackes vorn 15. Jahrhundert bis auf die Gegenwart." 
4. Herr Oberbaurath Van der Nüll wird eine Vorlesung halten „über die 
Restaurutionsprojecte für die Facade des Florentiuer Domes." 
5. Herr Dr. v. Liitzow wird einen Cyclns von sechs Vorlesungen halten „über die 
Geschichte der decorativen Künste bei den Griechen und Römern." 
G. Herr Oberbaurath Prof. Friedr. Schmidt hält drei Vorlesungen „iiber die 
mittelalterliche Kunst, mit besonderer Berücksichtigung der kirchlichen und weltlichen Klein- 
kunst." 
7. Herr Prof. Suess hiilt zwei Vorlesungen über "Baugesteine." 
Die rub 1, 3, 4, 5, 6, 7 angekündigten Vorträge folgen in der erwähnten 
Ordnung nach einander und linden stets an Donuerstagen, von 6 Uhr Abends au statt. 
Die m1: 2 angekündigten Vorlesungen linden an Montagen statt, ebenfalls von 
6 Uhr Abends an. 
Slimmtliche Vorlesungen werden im Museurnsgcbäude abgehalten. Der Eintritt ist aus- 
nahmslos unentgeltlich, jedoch nur gegen Vorwcisung von Karten gestattet, welche von 
dem Olücial F. Bliimm el (im Museum selbst), nach Massgabe der Zullinglichkeit des Raumes, 
und zwar für jeden Cyclus abgesondert, ausgefolgt werden. ' 
(Die neuerworbene Sammlung antiker Tbonvasen.) Das Museum hat im 
l. J. in Rom eine Sammlung antiker Vasen angekauft, welche in den letzten Tagen hier 
in Wien eingetroden und aufgestellt worden ist. Die Ca stellanfschen Vasen (so ge- 
nannt von ihrem früheren Besitzer) rühren aus den mehrjährigen Ausgrabungen uns den 
Gräbern der bekannten Necrnpolis von Caere her und sind ohne irgend welcbewreitere Zu- 
that und Veränderungen, so wie sie ausgegraben wurden, belassen worden. Die in Caere 
und überhaupt in Siid-Etrurien vorgekommenen Formen der Stylarteu sind darin insgesammt 
repriisentirt. Die Sammlung umfasst 250 Stücke lnrd enthält eine grosse Mannigfaltigkeit 
der schönsten Formen. Die Erwerbung dieser Sammlung ist dem Museum nur möglich 
geworden durch die Muniiicenz des Herrn Curators F. Friedland, welcher der Anstalt 
gleich bei ihrer Begründung einen sehr namhaften Geldbetrag zum Geschenke gemacht hat. 
line ausführliche Beschreibung dieser Sammlung aus der Feder des in Rom lebenden 
Archäologen Dr. H. Brunn bringen wir in der nächsten Nummer. 
(Speclnl-Colllile für Weberei.) In der jüngsten Zeit ist im Museum ein Special- 
Comite zusammengetreten, welches sich damit beschädigen wird, die interessantesten, der
	        

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