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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe II (1867 / 16)

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für kürzere oder längere Zeit zuzuführen. Ebenso werden Industrielle 
die Gelegenheit gern benutzen, ihre neuen Erzeugnisse dort auszustellen. 
So werden die zur Fortbildung der Gewerbetreibenden notbwendigen 
Sammlungen leicht zusammenkommen. Ausser auf die Industriellen 
sollen aber die zu begründenden Sammlungen auch auf das grosse 
Publicum wirken, denn ein wesentlicher Punkt bei der Förderung der 
Kunstindustrie ist, den Schönheitssinn im Volke zu bilden, weil dann 
das Interesse die Fabrikanten selbst dahin treibt, dem Geschmack des 
Puhlicums entsprechend zu produeiren. Zu demselben Zweck sollen daher 
auch von Zeit zu Zeit erklärende Vorträge veranstaltet werden. 
Mit denisammlungen soll eine Unterrichtsanstalt verbunden werden, 
welche nicht nur jungen Leuten Gelegenheit zu gründlicher künstleri- 
scher, wissenschaftlicher und technischer Ausbildung, sondern auch älteren, 
schon dem gewerblichen Leben angehörigen Personen in Sonntags- und 
Abendcursen Gelegenheit zu weiterer Vervollkommnung gewähren soll. 
Endlich soll eine gute Bibliothek von technischen, naturwissen- 
schaftlichen und Kunstschriften und eine Sammlung guter Abbildungen 
und Photographien angelegt werden und im Lesezimmer der Anstalt zur 
Benutzung der Gewerbetreibenden bereit stehen. 
Alles dieses zu erreichen, wird es unbedingt nothwendig sein, ein 
eigenes Haus für das Museum zu errichten. Dafür und zur Bescheidung 
der Sammlungen würde ein Capital von 250.000 Thlrn. erforderlich sein, 
wenn auch vielleicht für den Anfang eine geringere Summe genügen 
würde, da eine solche Anstalt ja nicht auf {einmal in's Leben zu rufen 
ist. Diese Summe zusammenzubringen wenden wir uns an die Bewohner 
des Landes, besonders der Hauptstadt, welche mit uns die Wichtigkeit 
und Nothwendigkeit einer solchen Anstalt erkennen. Wir wenden uns 
insbesondere an die Herren Industriellen, welche sich der Einsicht nicht 
verschliessen werden, dass die bessere Ausbildung der Gewerbetreibenden 
nicht nur dem ganzen Volke, sondern zunächst und vor Allen ihnen selbst 
die grössten Vortheile bringt. Wir wenden uns endlich an die tech- 
nischen, wissenschaftlichen, künstlerischen und gemeinnützigen Vereine 
aller Art, welche in dem Unternehmen einen ihrer Theilnahxne nicht un- 
würdigen Gegenstand sehen werden. Wir fordern Sie auf, sich mit uns 
zu verbinden, uuf dass das Unternehmen recht bald in's Leben trete, 
zum Nutzen und Segen für das ganze Volk. 
Berlin, den l. December 1866. 
Adler, Proi, Baumeister. Arons, Maler. Bärwald, Director. 
Becker, Proti, Maler. 0. Begas. Maler. R. Begas, Profi, Bild- 
hauer. Graf BethusyVHuc, Abgeordneter. G. Bleichröder, 
Geh. Commerzienrath. Boeckmann, Baumeister. Borsig, Com- 
merzienrath. W. Co nra d, Bsnquier. D elhrii c k , Bauquier. Freih. 
v. Di erga r d t, Fahrikbesitzer u. Mitgl. d. Herrenhauses. F. D u n k e r, 
Abgeordneter. Dr. E gg e rs, Prof. E n d e , Baumeister. v. F ork e n- 
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