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XII. 
Organisation des Museums. Curatorium und (Jorrespondenteu. 
In der Organisation des österr. Museums sind im abgelaufenen Jahre keine Ver- 
änderungen vor sich gegangen. 
Der Schutz Sr. kais. Hoheit des Herrn Erzh. Protectors hat der Direction auch im 
Jahre 1866 in wiederholten Fällen die Erreichung ihrer im Interesse des Institutes ge- 
stellten Anträge und geäusserten Bitten wesentlich erleichtert, Das hohe Staatsministerium 
hat dem Museum gegenüber bei allen Anlässen eine freundliche Gesinnung an den Tag 
gelegt, für welche die Direction sich verpflichtet fühlt den ergebensten Dank abzustatten. 
Die Herren Mitglieder des Cumtoriums haben nicht nur fast ausnahmslos der ihnen 
statutenmüssig zugewiesenen Aufgabe gemäss in den Sitzungen dieser Körperschaß, welche 
wenigstens im Winter regelmässig in jedem Monate einmal abgehalten wurden, den Berichten 
der Direction iiber alle wichtigeren Vorgänge im Museum ihre vollste Aufmerksamkeit gewidmet 
und dieselbe bei allen vorkommenden Vorfällen mit Eath und That unterstützt, sondern 
sie haben ausserdem jeder in seiner Weise theils durch die Ueberlassung interessanter 
Kunstgegenstände zur Ausstellung, z. B. Se. Durchlaucht Fürst Johann Liechtenstein, 
Se. Durchlaucht Fürst Vincenz Auerspe rg, Herr Graf Edmund Zichy, Herr Prof. Rad- 
nitzky, Herr Ritter v. Friedland, Herr Ritter v. Wertheim etc., theils durch die wissen- 
schaftliche Behandlung du das Museum berührenden Fragen, wie Herr Prof. Brücke und 
Dr. Stamm, theils durch werthvolle Geschenke, wie die Herren Prof. Radnitzky, Ritter 
v. Friedland, Melingo, theils durch Förderung der Bestrebungen des Museums im 
Schoosse anderer Corporationen, wie Herr Ritter v. Werthcim in der Handelskammer und 
in mannigfaltig anderer Weise, z. B. die l-len-en Dr. Stamm und Melingo als Mitglieder 
des photographischen Special-Comite, die Zwecke des Museums unterstützt. 
In gleicher Weise haben die Herren Correspondenten des Museums, zu welchen im 
Jahre 1866 in Folge höchster Ernennung des Herrn Erzherz. Protecwrs die Herren Grsf 
v. Meran, Baron Jean Bapt. Bethnne in Brüges, Graf Johann v. Waldstein, Graf 
Emanuel Andrassy, Freih. v. Eötvös, Ritter v. Epstein, Börsenrath, Abbe v. Henke- 
lum in Utrecht, Alfred Ritter v. Frank in Graz, Ignaz Koch in Graz, Herr Graf 
Joh. Wratislaw v. Mitrowitz, Dr. Wolfgang Helbig. Secretär des archäol. Institutes 
in Rom, Dr. Franz Migerka, Secretiir des mahr. Gewerbevereines, und Georg Roedel, 
Zeichenlehrer in Briinn, hinzugekommen sind, der Mehrzahl nach durch die Einsendung 
von Objecten zur Ausstellung, durch geschenkweise Zuwendung, durch ihren Rath bei Ver- 
anlassung von graphischen und plastischen Nachbildungen und anderen Publicationen des 
Museums und in anderer Weise um das Institut sich verdient gemacht und die Direction 
ergreift den gegenwärtigen Anlass der Erstattung des Jahresberichtes, um allen Theilneh- 
mern des Museums, welche demselben im abgelaufenen Jahre ihre Unterstützung gewidmet 
haben, den verdientesten Dank auszusprechen. 
XIII. 
Die Bestrebungen wegen Errichtung einer Kunstgewerbeschule. 
Wie den Besuchern der Vorlesungen im österr. Museum und den Lesern der „Mit- 
theilungen" bekannt ist, hat die nieder-österr. Hendele- und Gewerbekßmmer die Initiative 
ergrilfen, um dem dringenden, allgemein gefühlten Bedürfnisse der Errichtung einer Kunst- 
gewerbeschnle in Wien ebzuhelfen, indem nämlich diese Kammer im Elerbste 1865 beim 
hohen Staatsministerinm beantragte, eine solche Schule, welche mit dem öeterr. Museum 
in Verbindung zu bringen wiire, mit thunlichster Beschleunigung in's Leben zu rufen. 
In Folge dieses Einschreitens hat das Ministerium an die Direction des öeterr. 
Museums den Auftrag gerichtet, in Betretf der Errichtung der projectirten Kunstgewerbe- 
schule Vorschläge zu erstatten, welche dem h. Steetsministerinm in einer eigenen eusfihr- 
lichen Denkschrift unterm 3. März 1866 vorgelegt und in ihren Grundzügen in Nr. 14 der 
nMittheilungen" des Museums verößentlicht worden sind. Eine Erledigung dieser Eingabe 
von Seiten der h, Regierung ist bisher nicht erfolgt. Von Seite mehrerer in der Sache 
nahe betheiligter Körperschaften sind jedoch im Laufe des Jahres 1866 Schritte unter- 
nommen worden. welche des allgemeine Interesse an der beschleunigten Lösung dieser 
hochwiehtigen Frage auf's Neue darlegen und die Holfnung auf eine baldige Befriedigung 
dieses Wunsches rege erhalten.
	        

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