MAK

Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 12)

 
IE Versteigerungen der Sammlungen Lipperheide in 
München und Lanna in Berlin haben dem 
Museum Gelegenheit zu bedeutenden Erwer- 
bungen geboten. Auf der Versteigerung der 
Lipperheideschen Sammlung, die bei I-Ielbing in 
München unter dem diskreten Titel „Auktion des 
Kunstbesitzes eines bekannten norddeutschen 
Sammlers" vor sich ging, wurden im ganzen für 
das Museum 47 Stoffe und Stickereien erworben. 
Diese Versteigerung war jedenfalls eine der 
bedeutendsten, die in den letzten Jahren auf dem 
Gebiete der Textilerzeugnisse stattgefunden hat, und es ist kaum zu erwarten, 
daß sobald eine gleichwertige Sammlung wieder in den Handel kommen wird. 
Frau Frida Lipperheide inBerlin, die sich als Herausgeberin großer Modeblätter 
schon vor Jahrzehnten nicht nur einen bekannten Namen, sondern auch 
bedeutende Hilfsmittel zu schaffen wußte, hat sowohl auf Reisen als durch 
die verschiedensten Verbindungen - darunter auch mit österreichischen 
Fachleuten - fast aus allen Ländern hervorragende Werke zusammenzu- 
bringen vermocht. Eine für die Geschichte der Kostümkunde sehr wichtige 
Gruppe ihrer Sammlung ist bekanntlich schon vor Jahren in den Besitz des 
Berliner Kunstgewerbemuseums übergegangen. 
Was nun die Textilsammlung betrifft, um von Kunstwerken und kunst- 
gewerblichen Erzeugnissen anderer Art hier zu schweigen, so lag ihre 
Bedeutung nicht nur in den tatsächlich vorhandenen und sehr hochwertigen 
Prunkstücken, sondern auch darin, daß viele einfachere, aber künstlerisch 
eigenartige und technisch bemerkenswerte Stücke vorhanden waren, die Frau 
Lipperheide wohl im Zusammenhange mit den Bestrebungen ihrer Zeitschrift, 
alte Sticktechniken und alte Stickmuster wieder zu erwecken, gesammelt 
 
Leinenstreifen mit Seidenstickerei in Dunkel-, Blaßrot und Grün, mit dunkel- und blaßroren Klöppelzacken, 
XVI. Jahrhundert, Originalbreite 6 Zentimeter.
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.