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Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 12)

ausgeführten Musterungen auf den Stoffresten aus spätantik-ägyptischen 
Gräbern zumeist volksmäßige (billigere) Nachahmungen der schwerer 
erreichbaren syrischen und zum Teile auch ostasiatischen Seidenstoffe waren. 
Meist finden wir bei geometrischen Mustern jedoch nur schmale Streifen, 
in denen sich die Rapporte bloß in einer Richtung fortsetzen; hier ist aber 
einmal ein Stück von auffälliger Breite, das uns den Eindruck der unendlichen 
Musterung, die für die Kunst des endenden Altertums so kennzeichnend ist, 
besonders klar vor Augen führt und auch zur Beurteilung ältester Seiden- 
Weberei von großem Werte erscheint. M. Dreger 
ä: als 
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Die Auktion der Sammlung Lanna gab dem Museum reichlich Gele- 
genheit, seine Sammlungsbestände zu erweitern. Mit Rücksicht auf die zur 
Verfügung stehenden Mittel mußte die Auswahl allerdings weit hinter der 
Zahl jener Objekte zurückbleiben, deren Erwerbung für das Museum wün- 
schenswert gewesen wäre, immerhin konnten aber namhafte Ankäufe erfolgen. 
Von den Emailarbeiten, von denen bekanntlich die hervorragenderen 
Stücke mit außerordentlich hohen Summen bezahlt wurden, ist nur eine 
kleine, 18'5 Zentimeter hohe Flasche in den Besitz des Museums überge- 
gangen, eine venezianische Arbeit des XVI. Jahrhunderts, ein zierliches Stück 
mit zarten Goldornamenten auf dunkelblauem Grunde, die 
Leibung mit länglichen, abwechselnd weiß, rot und grün 
emaillierten Buckeln, auf der Vorder- 
seite ein Wappenschild. Unter den 
drei Zinnarbeiten, die das Museum 
erworben hat, ist das bedeutendste 
Stück ein großer Humpen, in spät- 
gotischen Formen. Er ist zehnseitig 
abgeflacht, verjüngt sich nach oben 
und ist mit Gravierungen verziert. 
Auf acht von den zehn Seiten sieht 
man weibliche Heiligenfiguren unter 
gotischen Baldachinen, und zwar 
St. Julia, Alexandra, Dorothea, Bar- 
bara, Maria mit dem Kinde, Agnes, 
Apollonia und Ottilia, die zwei 
Flächen neben dem Henkel sind 
mit gotischem Laubwerk ver- 
ziert. Der Humpen steht auf drei 
vorspringenden Fußansätzen, 
die mit je einem Löwenpaar 
verziert sind, das in der Farbe 
von der des I-Iumpens etwas 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Reliefierter Zinnkrug, Straßburg, Isaak Faust, erste Hälfte _ _ 
des xvii. jahrhunderts abweicht, was vermutlich auf
	        

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