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Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 10)

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fassade" und der „RückansichW schuf hier nicht bloß nach der einen Seite 
etwas Annehmbares, nach der anderen etwas völlig Reizloses oder I-Iäß- 
liches, wie das sonst der Brauch ist. Das Haus hat einfach zwei Fronten, 
keine auf Kosten der anderen durchgebildet, sondern beide präsentabel. 
Schöpfer dieser außerordentlich geglückten Anlage ist Regierungsbaumeister 
Holch in Ulm. Von ihm durchgearbeitet, liegt ein weiteres Bebauungsprojekt 
vor, das sich an die Römerstraße anschließen wird. Der Blick von hier oben 
auf das Donautal und die Stadt ist ganz außerordentlich schön. Natürlich 
spricht bei der ganzen Erscheinung die Gartenkultur ein wesentliches Wort 
mit. - Diese technisch vorzüglich hergestellten Einfamilienhäuser sind nicht 
der verschlechterte Abklatsch behäbiger Bürgershäuser noch die durch 
äußerliche Forrnenverneinung sichtlich auf tiefe Rangstufe herabgedrückte 
Niederlassung Unbegüterter; sie tragen den Ausdruck einer zwar in be- 
scheidenen Verhältnissen lebenden, aber vorwärts strebenden, durch Tüch- 
tigkeit sich emporarbeitenden Bevölkerung, die haushälterisch vorhandene 
Mittel verwendet, der nachwachsenden Generation eine sichere Stätte 
jugendlicher Entwicklung, jene sichere Stütze zu bieten, die durch das Wort 
„Elternhaus" seinen besten Ausdruck findet. Dies Ziel zu erreichen, haben 
die örtlichen Behörden in klarer Er- 
kenntnis dringender Notwendigkeiten die 
Wege hierfür geebnet. Der Praktiker 
hat ganz einfach wieder einmal mehr 
erreicht, als alle möglichen akademi- 
schen Erörterungen es zu tun vermögen. 
Oberbürgermeister von Wagner schließt 
seine in dem genannten Buch gege- 
benen, sachlich scharf präzisierten Aus- 
führungen nicht ohne einen Anflug be- 
rechtigten Spottes auf die Verhältnisse, 
wie sie im allgemeinen gelagert sind, mit 
denWorten: „Wenn's brennt, greift man 
zur Feuerspritz' und nicht zum Corpus 
juris." 
Der vielfach erhobene Einwurf, das 
Arb eiter-Einfamilienhaus, das Kleinhaus, 
sei allenfalls in kleineren Städten mög- 
lich, die Großstadt verbiete derlei ganz 
von selbst, ist unzutreffend. Die Groß- 
städte können vielfach solche Schöpfun- 
gen nicht mehr ins Leben rufen, weil der 
Zug der Spekulation alle Stimmen der 
Vernunft niedergekämpft hat, weil das 
 
. . . . .. Abb.3o.Gem' n" s t n a 
rlchüge Emgrelfen Versäumt oder ab" Stadt Ulm. Wiillirlihxafixgefüralzxsvrexief-"rlaemifielrlfgzr: a; 
sichtlich unterlassen wurde mit Rück- Georgstraße
	        

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