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Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 10)

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zügliche Resultate zu zeitigen imstande ist, vorausgesetzt, daß zur rechten 
Zeit und in richtiger Weise zugegriffen werde, bietet die württembergische 
Stadt Ulm an der Donau." 
Ulm besaß bis vor kurzem den für die neuere Befestigungskunst völlig 
wertlosen Gürtel dicht an die Stadt angeschlossener fortifikatorischer Werke 
(Abb. 1). Die von ihnen beanspruchte I-Iorizontalfläche, ein breites Terrain- 
band von mächtiger Dimension, bot nach der fortschreitenden Auflassung 
für die bisher jeder Ausdehnungsmöglichkeit ermangelnden Stadt Gele- 
genheit zu ausgiebiger Erweiterung; eine solche rnuß sich, das liegt in der 
Natur der Sache, ringförmig vollziehen. Für die Terrainspekulation war 
also die günstigste Gelegenheit geboten. Der Angelegenheit hat sich glück- 
licherweise die Gemeinde im Sinne richtig beurteilter Volkswohlfahrt 
bemächtigt. Sie brachte eine große Reihe von Bauterrains käuflich an sich 
(Abb. 2), stellte der im Jahre 
sie vor allen 1891 erfolgten 
Spekulations- Inaugurierung 
manövern Si- der städtischen 
cher und mach- Bodenpolitik 
te sich dadurch 
gleichzeitig zur 
Herrin über al- 
le Fragen der 
Stadterweiter- 
ung. Die Resul- 
tate dieses Vor- 
hat die Stadt- 
gemeinde Ulm 
bis zum 1. April 
1 909 Grund- 
stücke im Um- 
fang von 547,51 
Hektar um den 
 
gehens werden Preis von 
bestens durch 7,132.887 Mark 
einige Zahlen Abb. 5. Ten-amansicht der gemeinnützigen Bauuntemeh- erworberL ver_ 
__ _ rnungen der Stadt Ulm vor der Entwallung __ 
erläutert. Seit außert Wurden 
von diesem Bestand 171,14 Hektar um 7,gog.73o Mark. Es wurden somit 
376,36 Hektar kostenlos erworben, außerdem durch den Verkauf ein 
Überschuß von 776.945 Mark erzielt. Die Geländevermehrung brachte 
64.261 Mark Pachtgeldeinnahmen. Auf den städtischen Anleihedienst waren 
die Gewinne aus veräußerten Liegenschaften insofern von großem Einfiuß, 
als ein großer Teil der Aufwendungen, die an sich aus Darlehen zu bestreiten 
waren, durch Grunderwerbsgewinne gedeckt werden konnten. Die der 
städtischen Verwaltung unterstehende Hospitalstiftung hatte aus den Liegen- 
schaftsverkäufen einen Gewinn von 1,425.ooo Mark, woraus 60.000 Mark 
Jahreszinsen flossen. Damit konnte nicht nur allmählich das Defizit dieser 
' Nicht bloß von dieser Seite ist die Wolmfrage der wirtschahlich Schwachen in durchaus rnustergilltiger 
Weise gelöst worden. Die mit Abbildung 34 gegebene große Wohnhausanlage für die staatlichen Posrbearnten 
hat in Städten von gleicher Größe (56300 Einwohner) ihresgleichen wohl schwerlich. Das gewiß nicht leicht 
in günstiger Weise gestaltbare Problem einer künstlerischen Erscheinung nneinandergereihter, drei Wohnetagen 
zu je drei Zimmern samt Zubehör enthaltender Kleinhiuser ist hier in elne Form gebracht, bei der jede Mono- 
tonie in Wegfall gekommen ist.
	        

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