MAK

Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 8 und 9)

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doch sind seine künstlerischen Absichten in diesem Falle nicht recht klar. 
Auch die Jury schien nichts damit anfangen zu können. Den ersten Preis hat 
sie bekanntlich Koloman Moser in Wien verliehen und so ist doch auch ein 
Österreicher (von dem übrigens auch die Kartons für die Wiener Irrenhaus- 
kirche zu sehen sind) in der Ausstellung mit einem größeren geschlosseneren 
Entwurfe zu Worte gekommen. Jedenfalls ist seine Arbeit zart und vornehm 
und zugleich wirkungsvoll und die Entscheidung der Jury wohl begreiflich. 
Nicht ohne Wirkung wäre gewiß auch der 
mit dem dritten Preise gekrönte Entwurf 
R. Seufferts in Düsseldorf; nur scheint die 
einzelne Figur, die als Beispiel der natur- 
großen Ausführung gegeben ist, etwas 
leer. Vielleicht täuscht aber der Eindruck. 
Die sogenannten „Beuroner" sind in 
die deutsche retrospektive Abteilung ein- 
geordnet, dort wo sie eine Sackgasse 
bildet. Bei ihrer Betrachtung sind aber 
nicht die Beschauer retrospektiv, sondern 
hier sind es die Verfertiger selbst. Ich 
glaube nicht, daß man die Wahrheiten 
des Christentums modernen Menschen 
auf diese Weise nahebringen kann; doch 
ist dies Vielleicht auch nicht die Absicht 
dieser anscheinend weltfremden Männer. 
Unter den hier ausgestellten Gold- 
schmiedearbeiten, die Jos. Hugger in Rott- 
weil a. N. nach eigenen Entwürfen und 
solchen der Beuroner Schule ausgeführt 
hat, fallen ein paar Meßkännchen auf, die 
sich von der Schwerfälligkeit und Un- 
freundlichkeit, die sonst hier herrschen, 
glücklich fernhalten. 
Auch aus der Sofßfigen  neuer Ausstellung für christliche Kunst in Düsseldorf. 
kunstgewerblicher Gegenstände Soll nur Grabstein aus Muschelkalk, nach dem Entwürfe 
. . . des Architekten Franz Seeck ausgeführt für die 
elmges herausgegnffen werden, mehr um Werkstätten rui- Friedhofskunst in Berlin 
die Vielseitigkeit des Gebotenen zu zeigen 
als um es gerade gegeneinander abzuwägen. Ausgezeichnet sind die 
Druckwerke der Gebrüder Klingspor in Offenbach, die Schriften und Ein- 
bände Ehmkes sowie die Einbände der Elsbeth Wagner-Lehmann (Saal XX). 
Sehr gut ist ein Tragleuchter von Bernhard Wenig (Saal XX). Schöne Batik- 
arbeiten, die überhaupt eine gewisse Wichtigkeit in der Ausstellung haben, 
hat Frau Anna Engau in Düsseldorf (Raum XX d) zur Ausstellung gebracht. 
Zum Besten unter den kunstgewerblichen Erzeugnissen gehören wohl 
die Arbeiten von Jan Brom in Utrecht, von denen ein Stück hier (auf Seite 454) 
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