MAK

Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 6 und 7)

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Topfkacheln mit I-Iinweglassung des Mauerwerks. Die „Kachel" ist eine 
oberdeutsche Erfindung; die Bezeichnung „chachala" kommt schon im XIII. 
Jahrhundert vor - vielleicht auch für die Wandfliese angewendet. Für das 
XIV. Jahrhundert ist der Ausdruck „Kacheloven" nachweisbar und im Jahre 
1405 nennt Hildesheim einen „Kachelenovewi Dies alles scheint sich auf 
Tafelkacheln und aus solchen aufgebaute Öfen zu beziehen; ebenso wie die 
Nachricht aus den Annalen der Stadt Kolmar, daß ein zu Schlettstadt im 
Jahre 1283 verstorbener Töpfer als erster im Elsaß Ton mit Glas umkleidet 
 
Abb. 79. Grüne Tafelkschel mit Greif. Süddeutsch, um 1590. Höhe 0-23 Meter 
- also glasiert - habe, lediglich auf die Gefäßkeramik Bezug haben dürfte. 
Öfen aus Topfkacheln sind vornehmlich in Süddeutschland nachzuweisen. 
Dort hat sich der Typus auch lange und speziell bei unseren Gebirgsvölkem 
mit ihrer Anhänglichkeit und dem zähen Festhalten an alten Vorbildern und 
Formen bis in das XVII. Jahrhundert hinein erhalten. Nachdem Topfkacheln 
auch in dieser, gleichwie in der ältesten Zeit schrnucklos, das heißt ohne 
Glasur und ohne Reliefs hergestellt wurden, sind wir heute kaum in der 
Lage, für einzelne Exemplare die Zeit ihrer Entstehung auch nur annähernd 
zu bestimmen. Ihre spätere Ausschmückung hat die deutsche Topfkachel
	        

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