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Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 6 und 7)

vom Orient übernommen hat, ist auf einer elsässischen Gesimskachel dar- 
gestellt. Auf einem gehörnten Untier reitet ein wilder Mann, am ganzen Leibe 
behaart, der Bewohner des finsteren Waldes (Abb. 80). Es ist die Figur, 
der wir für den Zeitraum von 1470 bis etwa 1530 auf zahlreichen Kacheln 
begegnen, der Abkömmling der klassischen Faune und Panisken, ein all- 
Wissender und kräuterkundiger Elementargeist und Vegetationsdämon. Stets 
ist er mit einem Holzprügel oder einem Baumstrunk mit anhängenden 
Wurzeln ausgerüstet. Wie Silvanus, der klassische Gott der Herden und 
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Abb. 85. Schweizer Kachel mit jungem Hochzeitspaar. Ohne Glasur. Vor x5oo. Höhe 025 Meter 
Felder, reißt er sich diese Waffe aus dem Boden und so verkörpert er phy- 
sische Kraft, persönlichen Mut und Gerechtigkeit (Abb. 8x). Wegen solcher 
Eigenschaften tritt er an die Stelle des Löwen und findet wie dieser in der 
Heraldik Verwendung; hier wieder am häufigsten als Wappenhalter ent- 
weder vollständig am Leibe behaart, in Baumrinde und grünes Moos 
gekleidet oder nur mit langem, bemoostem Haar. Beim Halten des Wappen- 
schildes hilft ihm oft ein Moosweibchen (dame verte) (Abb. 82). Um die 
gleiche Zeit springt der Schatz an Vorwürfen plötzlich und intensiv von 
der fabelhaften Tierwelt auf ein andres Gebiet über. Die künstlerische
	        

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