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Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 6 und 7)

Kachel mit der heiligen Dorothea (Tafel II) fällt uns der sorgfältige Auftrag 
sich gleichmäßig brennender Glasuren ins Auge. Hierbei ist ein Überfließen 
der Farben dadurch vermieden, daß die Kacheln in liegender Stellung in den 
Glasurofen eingesetzt wurden. Besonders in der Musterung der Gewandung 
und des im Rücken der Heiligen an einer Stange befestigten Wandbehangs 
machen sich die großen Vorteile dieses Verfahrens geltend. Die Heilige hält ein 
Körbchen und eine Blume, ihre Attribute, in Händen und trägt eine Krone 
zum Zeichen ihrer fürstlichen Abkunft. Die beiden weiteren Kacheln dieser 
Reihe mit der heiligen Katharina (Abb. x00) und heiligen Ursula (Abb. rot) 
 
Abb. m8. Grüne Nischenkachel mit frei vorgesetztem Wappenschild (rechte Hand, einen Fisch haltend). Süd- 
deutsch, um x5x5. Höhe n-xg Meter 
zeigen wieder eine andre Farbenzusammenstellung im Dessin der Gewan- 
dung; das Pelzwerk am Saum des Mantels ist mit großem Geschick durch 
ein höheres Relief zum Ausdruck gebracht. 
Die gotische Nischenkachel hat am Ausgang des XV. Jahrhunderts 
eine ausgesprochen architektonische Gliederung erfahren. Ein vorgesetzter 
Rahmen mit Rund- oder Spitzbogen machte die Nische entweder zur Pforte, 
durch welche dem Beschauer einzelne Figuren und ganze Szenen entgegen- 
traten (Abb. x02, x03 und 106) oder zum Fenster, in dem, um die Vorstellung 
noch natürlicher zu geben, einzelne Heilige oder weltliche Personen nur bis 
zur Brust oderHüfte sichtbar wurden (Abb. 95 und 99). Das schönste Beispiel
	        

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