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Volltext: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 6 und 7)

 
Abb. x42. Bunte Scheibe mit dem Wappen der Windhag. Oberösterreich, um 1600. Durchmesser 016 Meter 
wurden. Die eigentliche Ausführung durch den I-Iafner muß, schon nach den 
prächtigen Farben zu schließen, in Oberösterreich, und zwar in Linz oder 
Wels erfolgt sein, wo sich in einem Hafnerhaus unter dem Vorrat an alten 
Modeln eine Originalform erhalten hat. Dieser eigentlichen Heimat unserer 
Kacheln steht eine Ausführung der Modelle außerhalb des Landes nicht im 
Wege und da liegt es am nächsten, sich für die Bossiererwerkstatt der Vest 
in Kreußen und Nürnberg zu entscheiden, wenn nicht schon ein Mitglied dieser 
wandernden Künstlerfamilie einige Zeit in Oberösterreich für Hafnereien 
gearbeitet haben mag. Die gedrungenen Gestalten, unter denen die stehenden 
im Vergleich mit den knienden viel zu klein entworfen sind - man vergleiche 
speziell die Abbildung 131 und das Exemplar auf Tafel II_erinnern lebhaft 
an die Figuren auf den Kreußener Apostelkrügen, für welche die Modelle in 
der Mitte des XVI. Jahrhunderts in der Werkstatt Vest entstanden sind und 
zuerst in Nürnberg zur Verwendung kamen. Graf Wilczek besitzt ein Scherz- 
gefäß mit diesen Apostelfiguren und das k. k. Österreichische Museum einen in 
der Hafnerei des Melchior Herburger in Nürnberg erzeugten Puppenstubenofen, 
dessen Kacheln die gleichen Figuren tragen. Im XVILJahrhundert werden 
dann in Kreußen sämtliche Apostelkrüge mit diesen ausgestattet. 
Die große Kachel mit dem Zweikampf zwischen Goliath und David, 
wobei letzterer einmal in der ihm vom König Saul geliehenen Rüstung, das 
andere Mal im leichten Kleid mit der Hirtentasche, die Schleuder
	        

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