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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 1)

 
Papiermesser, intarsien, entworfen und ausgeführt von Frau Johanna Poller-Hollmann 
darauf, daß die Anstalt auch einen breiten künstlerischen Unterricht gewährt 
und für diesen musterhaft eingerichtet ist. Ich führe nur die Zeichenateliers 
an, die schönsten und allen modernen Erfahrungen entsprechendsten in Wien, 
wie sie nicht einmal die Akademie hat. Kein Wunder, daß von weit und 
breit die Schüler zuströmen, in der Tat aus den fernsten Ländern. Und natür- 
lich aus Wien. Angesehene Künstler wie Engelhart und Otto Barth haben 
da lithographieren, Luigi Kasimir und andere radieren gelernt. Dem Fach- 
kundigen, der die Schaustellung im Säulenhof betrachtet, wird manches sofort 
auffallen, was dem Laien entgeht. Nehmen wir bloß das schöne frische Rot, 
das überall in seinem ganzen Feuer aufklingt, ohne die geringste Ausbleichung, 
trotz einer schier halbjährigen 
Lichtbestrahlung. Das kommt 
von der Entthronung des 
Krapplacks, das einst das ideale 
Rot war. An seine Stelle ist jetzt, 
nach langen Erprobungen, eine 
Teerfarbe getreten, der nun die 
Zukunft gehört. Oder der Kun- 
dige wird sich von weniger 
effektvollen, schwarzen Licht- 
druckblättern angezogen füh- 
len, wie Czeschkas Damen- 
porträt in schwarzer Kreide, 
und den (unedierten) Bleistift- 
entwürfen Klimts, deren Schön- 
heit Aufsehen erregt hat. Bes- 
seres ist nicht mehr denkbar; 
selbst der Kreidecharakter und 
der Graphitglanz kommen da 
täuschend heraus. Auf solche 
rein künstlerische Nuancen legt 
die Anstalt großen Wert. Dar- 
um hat sie neuerdings auch die 
halbvergessene Asphaltschab- 
manier wieder aufgenommen, 
die so restlos künstlerisch wirkt, 
 
"Loreley", Platze in buntem Überschmelz, getriebene ver- 
silberte Umrahrnung, entworfen und ausgeführt von Augusts 
SchaeHer-Wahrrnund
	        

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