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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 2)

 
Herrn an 16 Münzen gibt, liefern die I-Iafner Töpfe als Abgabe für Entnahme 
von Ton aus den Gruben". 
Die Loschitzer erhielten im Jahre 1567 von Wilhelm, Bischof von Olmütz, 
und von Heinrich Podstatsky das Recht, die „zelezniciß das heißt den Eisen- 
ton beim Dorfe Svinov (Schweine bei Lexen), ohne eine Zahlung zu graben: 
„Wir, Wilhelm, von Gottes Gnaden Bischof von Olmütz, bekennen mit diesem 
Briefe allgemein vor allen, daß wir die Sti-itezer Besitzung Svinov mit allem 
Dazugehörigen vom hochgeborenen Herrn Podstatsky von Prusinov und auf 
Lostitz gekauft haben. Und so traten vor uns die ehrsamen Zechmeister und 
Meister des Töpfereigewerbes, uns geziemend bekannt gebend, wie sie seit 
alters her ohne alle Hindernisse der Herren und Besitzer des Dorfes Svinov 
auf den Gründen dieser Gemeinde zum eigenenGebrauche behufs Verfertigung 
von Töpfen die ,zeleznici' zu nehmen pflegten, uns bittend, ihnen dies 
weiters zu bewilligen, was wir auch über Fürbitte des Herrn Podstatsky 
ihnen zu bewilligen gewillt sind, daß sie auf den Gründen von Svinov, auf 
den Stellen, wo sie seit alters her die jeleznici" zu nehmen pflegten, ohne 
alle unsere Hindernisse, sowie auch der zukünftigen Nachkommen und 
Besitzer dieses Gutes dieselbe zum eigenen Gebrauche, ohne Schaden auf 
den Gründen zu verursachen, nehmen können; uns jedoch das vorbehaltend, 
daß wir und auch die zukünftigen Besitzer dieses 
Gutes auch anderen Personen und Töpfern, 
mögen sie kommen, woher sie wollen, auch die 
Erlaubnis geben können, auf diesen Gründen 
und Stellen die ieleznici" zu graben und zu 
nehmen. Gegeben und geschrieben in Kremsier, 
am Sonntag, am Tage des heiligen Bartholo- 
mäus im Jahre eintausendfünfhundert sechzig- 
undsieben." 
Als Loschitz im Jahre 1585 in den Besitz 
der königlichen Stadt Mährisch-Neustadt kam, 
übernahm diese das Städtchen mit allen Rechten 
und Pflichten und Loschitz mußte alle Abgaben, 
welche es bisher nach Schloß Busau abführte, 
nunmehr an Mährisch-Neustadt leisten. Es 
waren insgesamt 600 mährische Gulden. Ein- 
gerechnet war der Betrag, den die Töpfer jähr- 
lich zu zahlen hatten. Wieviel von diesen Töpfer- 
abgaben nach der Vereinbarung des Jahres 1 58 5 
entrichtet wurde, ist nicht zu ersehen. Aus dem 
Jahre 1650 findet sich in den städtischen 
Büchern des Kreisgerichtsarchivs in Müglitz 
ein Verzeichnis der Abgaben, welche alljährlich 
nach Mährisch-Neustadt abgeführt wurden - 
Abb. 16. Brünner Tonbecher, hell- 
braun glasiert, XVI. Jahrhundert __ _ 
(Franzensmuseum in Brünn) darunter als halbjahrliche Zahlung: „Alle Töpfer
	        

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