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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 3)

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äußerst dankbar, denn sie verspricht manche Überraschung, manche Auf- 
klärung über Gruppen, die wegen ihrer Unvollkommenheit, in der sie uns 
zurzeit nur bekannt sind, nicht richtig verstanden werden können. Immer 
von neuem wird man zu staunen haben über den unerrneßlichen Formen- 
reichtum, der hier aufgespeichert ist. Dann aber hat uns diese Arbeit bereits 
über die künstlerische Eigenart, in der die verschiedenen Bildhauer in 
Meißen gearbeitet haben, manchen Aufschluß gegeben, mancher wird 
davon noch zu erwarten sein. 
DIE AUSSTELLUNG SCHWEDISCHER YOLKS- 
KUNST UND HAUSINDUSTRIE IM OSTER- 
REICHISCHEN MUSEUM 50- VON M. DREGER- 
WIEN Sie 
Sie ist in dem Oberlichtraume des Museumszubaues 
so untergebracht worden, daß dem Eingange zu- 
nächst die alten Arbeiten erscheinen, woran sich 
dann die heute noch fortlebenden volkstümlichen 
i V Formen anschließen und endlich die selbstän- 
digeren neueren Erzeugnisse. Natürlich war die 
Scheidung nicht immer streng durchzuführen. 
Jedenfalls ist es aber bemerkenswert, daß man alles 
in einem einheitlichen, mit einem Blicke zu über- 
sehenden Raume unterbringen konnte, ohne daß eines das andere störte. 
Wir haben damit bereits einen maßgebenden Eindruck der Ausstellung ver- 
zeichnet. Ein nicht geringerer war: die Pracht und das wunderbare Zusammen- 
stimmen der Farben. 
Hier brachte es die Hauptanordnung nun mit sich, daß man von starken, 
ungebrochenen zu milderen, aber doch kräftigen Tönen fortschritt. Man hatte 
wohl allgemein das Gefühl und hörte es immer wieder aus dem Munde der 
Besucher: in den sicheren Überlieferungen und in dem kräftigen, eigenartigen 
Farbengefühle liegt die Hauptstärke dieser Kunst. Langes Erhalten der Volks- 
kunst ist im allgemeinen ja kein Zeichen fortgeschrittener wirtschaftlicher 
Entwicklung, wobei wir unter Fortschreiten natürlich nicht ein I-Iinarbeiten 
auf das unbedingt Bessere, sondern nur auf das entwicklungsgeschichtlich 
Unvermeidliche verstehen wollen; hier liegen die Verhältnisse aber doch 
besonders eigenartig. 
Wie überall, ist selbstverständlich auch in Schweden die geographische 
Lage eine Grundbedingung der ganzen Entwicklung. Schweden ist von Mittel- 
europa durch das Meer getrennt, ragt aber doch nahe an das Festland heran; 
nach Südosten hat es sich gegenüber die großen Flächen Osteuropas, die 

	        

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