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Full text: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 3)

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Hausgeräte mitgebracht, namentlich 
Truhen, die Koffer und Kasten zu- 
gleich waren. Bald aber begann man 
hier Truhen anzufertigen, die sich 
nicht nur durch die Holzart von 
denen aus der Alten Welt unter- 
Hudaon-Fulton-Ausstellung in Newyurk. Kassette, schieden, sondern auch in der Deko- 
XVII. jahrhunden . . . 
rationsweise. In Connecticut und 
Massachusetts sind, wie die Hudson-Fulton-Ausstellung bewies, besonders 
eigenartige und schöne Stücke verfertigt worden. 
Fast alle Kolonisten, die zuerst nach den Neuenglandstaaten einwan- 
derten, gehörten dem Mittelstande an. Die Truhen, die sie mitbrachten und 
die zuweilen das Heiratsgut enthielten, waren gewöhnlich in gotischem Stil 
und aus Eichenholz verfertigt. 
Allmählich wurden hier diese Truhen mit Fächern versehen und - wie 
in Holland - auch mit Füßen. In Connecticut wurden ungefähr 5o alte 
Truhen gefunden, die einander im Charakter ähnlich sind. Der Deckel und 
die Rückseite sowie der Boden der Fächer sind aus der amerikanischen 
Fichte gemacht, die übrigen Teile aus Eichenholz. Sie sind mit flachem 
Schnitzwerk geschmückt, und alle haben eierförmige Handgriffe. Die ver- 
zierten Rahmen, die drei Paneele umgeben, sind rot, die übrigen Verzierungen 
aber schwarz. Diese Farbe tragen auch die Ecken der Laden und die mitt- 
leren Füllungen. Ähnlich wurden auch die Kommode und die Kredenz ver- 
ziert, die sich später aus der Truhe entwickelt haben. 
Die sogenannten Hadley-Truhen, von denen einige in der Ausstellung 
waren, haben eine bis drei Laden. Alle diese Möbelstücke, die aus dem Staate 
Massachusetts kommen, sind aus amerikanischem Fichtenholz gemacht. Für 
die Ausschmückung wurde als Motiv die Weinrebe genommen. Die mittlere 
Abteilung der Truhe, die gewöhnlich die Aussteuer enthielt, ist mit Initialen 
verziert. 
Später sind die Kommoden, die sich aus der Truhe entwickelt haben, 
durch den portugiesischen Geschmack, den Holländer nach Amerika brach- 
ten, beeinflußt worden. Dieser Einfluß zeigte sich besonders an den Beinen 
der Kommode, die durch glockenartige Verzierungen unterbrochen wurden. 
Gegen Ende des XVII. Jahrhunderts war hier auch das Schreibpult all- 
gemein eingeführt, ebenso die sogenannten „highboys", eine Verballhornung 
des französischen „haut bois". Die 
„highboys" sind Kommoden mit einer 
Art Tisch als Untersatz. In Harmonie 
mit diesem Möbelstück waren die 
„lowboys", die als Toilettentische ver- 
wendet wurden. Ausschließlich ameri- 
kanisch war die Truhe, die aus zwei Fä- 
 
 
_ __ _ Hudaon-FuIton-Ausstellung in Newyo k. K t! , 
chern bestand, die uberemander lagen. xvu. jahrhunden r am e
	        

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