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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 4)

Übergang von der Figuren- zur Landschaftsmalerei bildet Joost Cornelisz 
Drooch-Sloot in einem holländischen Bauerndorf mit bewegten Szenen 
zechender Bauern vor dem Wirtshaus. Das Bild dieses seinerzeit stark 
überschätzten Meisters ist 1630 datiert. Von Hermann Saftleven ist ein 
charakteristisches, in der Staffage überreich ausgestat- 
tetes Flußtal, von Jan Weenix ein feines Stilleben mit 
Vögeln und von Melchior d'Hondecoeter Krammets- 
vögel und Geräte zur Falkenjagd zu sehen. Die Still- 
leben-, Frucht- und Blumenmaler Jan Davidsz und 
Cornelis de Heem haben hier je zwei Bilder, Frucht- 
stücke und Blumensträuße. 
Unter den Landschaften wäre eine ganze Reihe 
sehr beachtenswerter Stücke zu nennen, so eine feine 
Flachlandschaft mit weitem Horizont von Salomon 
Ruysdael, von Jan van der Meer dem Älteren ein 
Waldeingang und ein holländisches Dorf, eine Strom- 
mündung von Jan van Goyen, eine Mondscheinland- 
schaft von Aart van der Neer und von dem älteren 
G. du Bois eine ganz hervorragend schöne Dünen- 
landschaft, ein Bild, das kleiner und mit einigen Vari- 
anten nochmals in der Galerie des Haarlemer Stadt- 
hauses vorhanden ist. 
Noch mancher Meister und viele Bilder müßten 
hier aufgezählt werden, wie die „Seifenblasenden 
Knaben" von dem neuerdings wieder hochgeschätzten 
Esaias Bourse, aber dies würde über den Rahmen 
dieses Artikels weit hinausgehen. 
Wohl den alten Handelsbeziehungen Aachens 
mit Spanien ist es zu verdanken, daß sich verhältnis- 
mäßig viele spanische Bilder in unserer Galerie be- 
finden, die einigermaßen einen, wenn auch lücken- 
haften Überblick über die spanische Malerei vom XV. 
bis XVIII. Jahrhundert ermöglichen. 
Am m 101mm, von eine, Den Anfang machen zwei altspanische Altarflügel 
Krfuzizvnzssruvv- in Cßr- des XV.Jahrhunderts, welche das Jüngste Gericht dar- 
"mmunäfxfrhfäitfes Xv' stellen, auf dem einen Flügel die Auferstehung der 
Toten, auf dem anderen den Sturz der Verdammten. 
Charakteristisch für ihre Herkunft sind die reiche Verwendung von Gold und 
die plastisch aufgelegten Nimben, Kronen und Waffen. Ein Ecce homo von 
Louis Morales zeigt ganz den schmerzlich leidenschaftlichen Zug, der für die 
Werke dieses Künstlers charakteristisch ist. Sein Zuname il divino dürfte 
allerdings mehr auf die Vorwürfe seiner Gemälde als auf seine Kunst selbst 
passen. Domenico Theotocopuli, genannt il Greco, wird von alters her ein 
kreuztragender Christus zugeschrieben, ein sehr gutes Bild, das aber in seiner
	        

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