MAK

Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 4)

Scheiben und fünf große spanische Glasgemälde, Apostel und Heilige dar- 
stellend, die einen von unseren deutschen Scheiben in der Farbe wesentlich 
abweichenden Charakter zeigen. Die reichliche Verwendung von Dunkelgelb 
auf Blau und von Braun auf violettem oder saftgrünem Hintergrund verleihen 
diesen, in der Zeichnung wenig künstlerische Feinheiten aufweisenden 
Fenstern doch einen ganz eigenartigen Reiz. 
Wie allmählich das farbige Glas gar nicht mehr zur Anwendung kommt 
und nur noch weiße Scheiben einfarbig oder in schreiend bunten Tönen 
bemalt werden, zeigen eine Anzahl datierter Wappen- und Figurenscheiben, 
die bis in das Ende des XVIII.]ahrhunderts heruntergehen, so das allmähliche 
Absterben der herrlichen Kunst der Glasmalerei illustrierend. 
Unsere Textilsammlung wird durch eine schöne Kollektion von über 
hundert koptischen Stücken, die Proben 
aus dem IV. bis VIII. Jahrhundert ent- 
hält, eingeleitet. Diese, wie mehrere by- 
zantinische Stoffe, worunter ein Adler- 
stoff in Purpur und Gelb, der die gleiche 
Komposition und Bordüre wie der 
Elephantenstoff im Karlsschreine des 
Aachener Münsters aufweist (Abb. 56), 
sowie viele früh mittelalterliche Textil- 
muster, namentlich aus Sizilien und aus 
Lucca, sind alle teils von Dr. Fr. Bock 
seinerzeit angekauft, teils aus seinem 
Nachlaß in das Museum gelangt. 
Aus späterer gotischer Zeit sind 
zahlreiche Wirkereien, vor allem ganz 
interessante Kölner Borten, zu er- 
wähnen. 
Unter den der Renaissancezeit 
angehörenden Mustern sind besonders 
schöne und große Proben von Drap 
d'or, während die späteren Stilepochen 
vernachlässigt worden sind und noch 
des weiteren planmäßigen Ausbaues 
harren. Dafür ist aber dieSpitzensamm- 
lung recht gut angelegt, so daß sie 
zwar wenige Paradestücke, aber in typi- 
schen Beispielen beinahe alle Arten von 
Spitzen enthält. 
Lederarbeiten hat das Museum 
nur wenige. Einer kleinen Brauttruhe 
Abb.4g. Schmiedeeisemer Fensterkorb,XVIlI.jahr-   aus dem  Jahrhundert 
hundert mit reichern Messingbeschlag und der 
 
   
  
 
am WEN...
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.