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Objekt: Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 72)

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P1 lte luzgarixrbe Eibenbolgmäbßl 
internationale Schrifttum über die Geschichte der Möbelkunst 
bisher schon zahlreiche Aspekte dieser Kunstgattung erschlossen. 
der nach chronologischen oder regionalen Gesichtspunkten be- 
iteten Entwicklungsgeschichte verschiedener Länder und Nationen, 
den Biographien namhafter Kunsttischler und den einschlägigen 
xtischen Detailstudien zeichnet sich nunmehr in schärferen Um- 
n eine historische Synthese der europäischen Möbelkunst ab. 
ierhin gelangt man bei näherer Untersuchung der Fachliteratur 
iem Ergebnis, daß gewisse Länder und Gegenden, größere oder 
iere Gruppen der europäischen Möbelkunst, die zwar gleiche 
kmale aufweisen, trotzdem aber ihre Eigenständigkeit bewahrten, 
ng der Aufmerksamkeit der Forscher entgingen. 
gegenwärtigen und künftigen Studien sollten sich daher zum 
setzen, neben einer von neuen Aspekten ausgehenden Synthese 
mehr oder weniger schon von früher her bekannten Stoffes nicht 
auf die Suche bisher verborgener Zusammenhänge auszugehen, 
lern zur Zeit noch unbeachtete Sondergruppen und weniger be- 
ite nationale Entxvicklungsgänge zu erschließen. 
PCl früherer Zeiten lassen in ihrer Eigenschaft als kunstvoll an- 
rtigte Gebrauchsgegenstände in eigenartiger Weise die zu ihrer 
tehungszeit herrschenden individuellen und gesellschaftlichen An- 
che, Lebensbedürfnisse und Bräuche erkennen, geben aber zu- 
:h auch ein von diesen unabdingbares getreues Bild vom Ent- 
Llungsgrad des zeitgenössischen Kunsthandwerks, von der Ver- 
dungsart der unterschiedlichen Werkstoffe, ihrer Beschaffenheit 
Qualität, der technischen Schulung und dem handwerklichen 
inen der Meister, den objektiven und subjektiven Zusammen- 
zen zwischen dem jeweils bevorzugten Material und seiner künst- 
Demgegenüber gibt es Hölzer, die schon in freier Natur al 
oder Gewächs äußerst selten sind und als Möbeldeckplatten 
Europa geradezu Raritätswert besitzen. Eine Sendergruppe 
unter letzteren die Eibenholzmöbel. Die Erklärung liegt dai 
die Eibe in einer Reihe von Ländern ganz unbekannt ist, und 
nicht heimisch war, auch als WerkstoH für Möbel keine Veru 
fand. Wo aber einst dichte Taxuswälder standen, hat man diese 
wegen seiner außergewöhnlichen Eigenschaften so weit aus; 
daß man heute nur noch Spuren von ihm antriHt. 
In Ungarn, wo die Eibe früher bodenständig war, lebt sie gegt 
nur in Reservaten weiter. Selbst in den großen Öffentlichen 
gewerbesammlungen begegnet man nur einigen wenigen Möl 
Eibenholzverkleidung. Und wenn schon, wie man immer wiei 
stellen muß, die älteren Epochen und selbst die neuere Entv 
des ungarischen Kunstgexverbes den internationalen Fachkreise 
bekannt sind - obwohl seine hochwertigen Erzeugnisse, seir 
nale Eigenständigkeit und seine europäischen Beziehungen 
gehenderes Studium verdienten, aus dem sich manche nützlicl 
ziehen ließe 4, glauben wir in der Annahme keineswegs fehl: 
daß der Gegenstand unseres vorliegenden Aufsatzes noch weit 
bekannt sein dürfte. 
Zur Pflanzenfamilie der Taxineen in der Ordnung der K 
gehören 6-8 nur unwesentlich voneinander abweichende V: 
deren eine die seit der Urzeit bekannte Roteibe (Taxus baccata 
deren Holz über vorzügliche Eigenschaften verfügt. Der la' 
Name stammt aus dem indogermanischen „Teks", was sowol 
volle Anfertigung als auch zu Kunstwerken geeigneten V 
bedeutet, während „bacca" das lateinische Wort für Beere oc 
 
ich-handwerklichen Bearbeitung, letzten Endes mithin vom Zu- 
lmenxvirken aller in Betracht kommenden Faktoren und vom Ablauf 
jener Arbeitsgänge, denen das fertige, zu einer gewissen künst- 
slchen Vollendung gelangte Möbelstück seine Entstehung ver- 
.1. 
: zur Herstellung von Möbeln verwendeten Hölzer weisen sehr 
schiedene Eigenschaften auf, weshalb auch die Überwindung des 
ierstandes, den der jeweils verwendete Werkstoff seiner Bearbeitung 
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ist, „baccatus" folglich dem deutschen „geperlt", „perlenbe: 
spricht. Die BegriHsbestimmung der Linnefschen Bezeichnm 
folglich: ein zum Schnitzen und zu künstlerischer Bearbeiw 
eignctes geperltes Holz. 
Der diözische, hell- oder scharlachrote genießbare Früchte 
immergrüne Baum oder Strauch hat lederartige, oberseitig du 
glänzende, an ihrer Unterseite matte, hellgrüne Blätter, d 
sind, weshalb ihnen der Volksglaube Zauberkraft zuschrieb. '1 
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