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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 5)

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sprechend der Artillerietechnik wurden die Türme umgebaut, trotz der Nähe 
des Feindes, trotz allgemeinen Mangels am Nötigsten. Schließlich gerieten 
die englischen Truppen durch wiederholte Ausfälle nicht bloß in die Enge, 
es wurden ihnen sogar verschiedene Punkte auf dem Festland abgenommen, 
die Instandsetzung aller Schäden aufs eifrigste betrieben. So ist dieser kleine 
Fleck meerumspülten, felsigen Bodens nicht nur ein eigenartig herrliches 
Monument mittelalterlichen Bauens, er ist ein Denkmal ausdauernden männ- 
lichen Mutes, tapferer, unverzagter Herzen geworden. Bringt es die fran- 
zösische Nation über sich, ihn rücksichtsloser Spekulation ohne Einwand 
auszuliefern? Das wäre unwürdig eines großen Volkes! 
Abb. xg. Blick auf den Wallgang (Las Remparzs); vom Tour de YArcade (Plan M) 
 
Mit der Schlacht von Formigny, infolge deren die Normandie völlig von 
Engländern gesäubert wurde, traten auch für den „Mont" wieder ruhigere 
Zeiten ein. Das Jahr 1446 brachte, durch päpstliche Bestimmung ernannt, 
den ersten „Abbe Comrnendataire" in der Person des Kardinals Guillaume 
d'Estouteville, Bruder des verwegenen Verteidigers. Zwar nahm er seinen 
Wohnsitz nicht auf dem „Mont" selbst, ließ sich aber den Wiederaufbau, vor 
allem des eingestürzten Kirchenchores, angelegen sein, der in seiner jetzigen 
Gestaltung zur Ausführung kam (Abb. 33). Die Vollendung fällt ins Jahr 1513 
unter Abt Jean de Lamps, der Franz I. als Pilgrirn begrüßte. Seit 146g 
existierte, von Ludwig XI. begründet, der militärische Orden der „Sankt- 
Michaelsritter". Die kommandierenden Äbte ließen sich wohl die zeit- 
gemäße Herstellung der Festungsbauten angelegen sein; um den baulichen 
Zustand des übrigen kümmerten sie sich wenig oder gar nicht, so daß es 
wiederholt der energischen Aufforderung des Parlaments bedurfte, um 
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