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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 5)

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mit welch feinem Verständnis Detailformen da zur Anwendung kamen, wo 
sie am Platze sind. Alles ist hier auf Nahwirkung berechnet: Bildhauereien, 
Profilierungen, letztere in einem nächst Caen gebrochenen, feinkörnigen 
Stein ausgeführt, weiter die granitenen und polierten Säulchen und so weiter, 
konnten in Verhältnisse gebracht werden, die - man verzeihe den trivialen 
Ausdruck - als elegant zu bezeichnen sind. Durch die im Dreieck ge- 
stellten Säulchen entstanden 
darüber ganz kleine, äußerst 
sorgsam behandelte dreitei- 
lige Gewölbe, bei deren De- 
koration der Plastiker Gele- 
genheit fand, seine Kunst in 
minutiöser Weise zum Aus- 
druck zu bringen. Im Hofe 
bemerkt man, durch Rinnen 
voneinander getrennt, etwa 
20 bis 25 Zentimeter hohe, 
mit der Basis an den Säulen- 
gang anstoßende Dreiecke, 
sichtbar auf Abbildung 29. 
Auch hier zeigt sich die geist- 
reiche Denkweise der Alten. 
Die erhöhten, seitlich abge- 
schrägtenDreiecksfiächen,mit 
Bleiplatten zum Schutz des 
unteren Stockwerkes gegen 
eindringende Feuchtigkeit ein- 
gedeckt, trugen vordem eine 
mäßighoheErdaufschüttung, 
so daß sich ein Blumengarten 
anlegen ließ. Die nieder- 
sickemde Feuchtigkeit des 
Bodens Hoß in die zwischen 
den Dreiecken freigehaltenen 
Rinnen und weiter mittels 
Röhren durch die Außenmauer ab. Gleicherweise vollzog sich die Ent- 
wässerung des an der Südwand des Kreuzganges befindlichen Lavatoriums 
und der damit in Verbindung stehenden Vorrichtung zwecks Vornahme 
der FuBwaschungs-Zeremonie. - Nach Osten hin schließt sich das mächtige, 
mit einem hölzernen Tonnengewölbe überdeckte Refektorium (AB,) an. Die 
Wahl des Materials erklärt sich aus konstruktiven Gründen: Holz wiegt 
leichter als Stein. Beide Langseiten sind zwecks Entlastung der tieferliegenden 
Stockwerksmauem in ein System von Fensterpfeilern mit davorgesetzten 
Dreiviertelsäulen aufgelöst, die Mauerstärke so mächtig, daß der Eintretende 
Abb. 34. Oberer Chorumgang der Abteikirche
	        

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