MAK

Full text: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 5)

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Konkurrenz zur Erlangung von Einrichtungen für Kleinbeamten- und Arbeiterwohnungen. Wohnungstype I. 
Zweiter Preis: Paul Donath, Wien, nach Entwurf des Architekten Hans Hloucal 
Und was gibt es sonst noch? 
Baluscheks großes Sommerfest in der Laubenkolonie, eine kleinbürgerliche Fantasia 
mit Stocklaternen, ein spießiger Stoff malerisch empfunden. Von Sterl Bilder der Arbeit, 
Kohlenfahrer und Steinbrecher, voll Wucht und Heftigkeit, angeglüht und hitzig. Von 
Struck der polnische jude, mit dem Gebetbuch, in gedrückter, getretener, demutsvoller 
Menschlichkeit. Von Hegenbarth die Treibjagd mit farbigem Gedränge. Von Corinth die 
Malerfamilie mit dem strotzenden Fleische der Mater familias, über das der Pater familias 
schirmend die Palette hält. Von Paul Baum Hollandsche Stimmungen von Sluis und 
St. Anna, in Himmernder Pointiertechnik. Sie zeigen, daß dieser Niederländer, Mynheer 
Boomje, sich durch Florenz, wohin ihn der Preis der Villa Romana verschlug, nicht 
unterkriegen ließ. 
Ein kurzes Schlußwort über die Plastik. Barlach, dessen Holzskulpturen immer 
wuchtigen Griff und echten Materialsinn haben, stellt diesmal einen japanischen Kämpfer 
hin, mit der weit ausholenden Gebärde des Schwertschlages; den Berserker nennt er das, 
und wie dieser Rasende gleichsam aus sich herausspringt, außer sich gerät, diese Gewalt- 
samkeit ist monumental gebannt. 
Eine interessante Etude ist der Akt der überraschten Susanne von Karl Albiker in 
seiner schreckhaft verschraubten Bewegung. Lieblingsmaterial, in der Architektur wie in 
der Plastik, ist heute der Muschelkalkstein mit seiner bewegt belebten, porig wittrigen 
Oberfläche. Für Reliefs und Figuren findet man ihn hier mehrfach angewandt von Kolbe, 
Neumann, Richard Langer.
	        

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