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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 6 und 7)

 
sancti Lamperti in Altenburg -, das nach der Bestätigungsurkunde des 
Stiftes von Hildeburg, Witwe des Gebhard Grafen von Bouige (Poigen), einer 
geborenen Gräfin von Rebegau, und ihrem Sohne Hermann um 1144 
gestiftet worden war. Das Stift wurde mit zwölf Benediktinem aus dem 
Stifte Sankt Lambrecht in Steiermark besiedelt, daher auch der Name, und 
hatte in Gottfried (1- 1168) seinen ersten Abt erhalten. Der 27. Abt, Andreas 1., 
genannt der Altenburger (1511-4519), erhielt vom Papste Leo X. am 
26. November 1516 für sich und seine Nachfolger das Recht, die Inful und 
Dalmatika und alle anderen indumenta pontificalia, ornamenta et insignia 
gebrauchen zu dürfen. Dieser Abt benutzte auch zum erstenmal ein Stifts- 
wappen, drei vierblättrige Rosen, 2, 1 gestellt. Ein spitzovales Siegel an 
einer Urkunde vom 7. Juni 1518 (siehe Abb. 29) mit der Legende: s. andre . . 
ab . . . lamberti i altenburga zeigt, unter einer gotischen Architektur 
stehend, den Abt noch ohne Inful - das Siegel ist also vor November 
1516 geschnitten worden -, unter seinen Füßen den 
Schild mit den drei Rosen. Diese Rosen sollen dem 
Wappen der alten Grafen von Buige entnommen sein, 
deren Wappen sich aber nicht nachweisen läßt. Das 
im Jahre 1759 erloschene Geschlecht der Freiherren 
von Buige (Puige), die von den Grafen abstammen 
wollten, führten, laut Diplom von 1737, allerdings im 
zweiten und dritten Felde des gevierten Schildes in 
Gold drei rote Rosen an einem Zweige, aber damit ist 
doch nichts weiter bewiesen. 
Auf dem prächtigen Grabstein dieses Abtes er- 
scheint zu Füßen der im vollen Ornate dargestellten 
Abb. 32. Amand Reyser. 
Fmalabtvonnhanywoa) Abtfigur ebenfalls das Stiftswappen, aber in anderer, 
reicherer Form (Abb. 30). 
Der Schild ist hier gespalten; vorne eine aus der Spaltlinie hervor- 
kommende Hand mit dem Pedum, das wegen der Raumfüllung des Schild- 
feldes schrägrechts gestellt wurde, hinten ein wachsender Rosenstock mit 
drei vierblättrigen Rosen. Auf dem Rasen, der beide Schildfelder unten 
durchzieht, steht je ein A, die Monogramme von „Andreas" und „Alten- 
burg". 
Im Siegel seines Nachfolgers, Gallus Hormanus (aus Horn), der von 
151g bis 1552 an der Spitze des Stiftes stand, erscheint die Abtfigur, unter 
einer reichen Renaissancearchitektur sitzend, bereits mit der Inful geschmückt. 
Die Legendelautet: S. GALLI - ABBATIS -MON - S- LAMFTI- Z - ALTEN- 
BVRG - das Legendenrund ist unten in der Mitte mit einem Renaissance- 
schildchen belegt, das gespalten, vorne einen aus dem Schildrand kommen- 
den Arm mit Pedum, rückwärts auf einem Dreiberg einen Rosenstock mit 
drei Rosen zeigt, das Stiftswappen, wie es heute noch geführt wird (Abb. 31). 
Der Siegelstecher und Bildhauer hat in wohlüberlegter Weise die 
offene Seite der Kurvatur des Pedums dem Träger desselben zugekehrt,
	        

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