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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 6 und 7)

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Closter zur Heiligen Dreyfaltigkheit des Ordens Von Cisterz in der Neustatt 
Salzburger Bistumbs, Gott zu Lob, und durch Unßer Vorfahren, auch Unßer 
Seelen I-Iayls, undt Trosts willen Von Neuem gestifftet haben und Begabet, 
seynt Wir willig alles daß zu thun, damit Wir derselben Stifft Nuz und Ehr 
bestellen mögen, Und darumb daß der Abbt und Convent desselben Closters 
Verstehen, daß Wir Sie mit mehrerer Gnaden Begehren zu Versehen; So 
haben Wir Ihnen. und allen Ihren Nachkommen Von Römischer Königl. 
Macht In Crafft diß Briefs diese Wappen, und Kleinoth eweglich zu 
gebrauchen gegeben, und Verliehen: Nemblich den Schildt Unten und oben 
Roth, und in der Mitte weiß, alß dann Unßer Haus Österreich hatt, und führt, 
und darin ein güldenes Creuz, darauf ein Infell, alß dann die in diesen BrieH 
eigentlich Von Farbe Gemahlet, und gezeichnet seynt, Alß daß Sie der Insiglln, 
Signeten, Zeichen, und zu allen Ihren Andern Nottdurften, und Zierlich- 
keiten, wo sich daß gebühret, gebrauchen, und geniessen sollen und mögen, 
Von aller menniglich ungehindert. Wir haben Ihnen 
auch Von sondern Gnaden geben und Verliehen, daß 
Sie und Ire Nachkommen fürbaßer ewiglich mit rothen 
Wachs siegeln mögen.Und darauf so gebieten Wir Allen, 
und jeglichen Unßern, und des Reichs Unterthanen und 
getreuhen, in waß Würden, Standt, und Weeßen die seynt, 
geistlichen, und Weltlichen, daß Sie die Vorgenante Abbt 
und Convent und alle Ihre Nachkommen bey solchen 
Wappen, und diser Unßer obgeschriebenen Gnaden und 
freyheiten Ungehindert bleiben, Und Sie der gerührlich 
Brauchen vnd Geniesßen lassen, alß lieb einen jeglichen sey 
Unßer undt des Reichs schwere Ungnad zu Vermeyden. 
Mit Urkundt dises Briefs Versiglet mit Unßer Königl. Maytt: 
anhangenden Insigill. Geben zu Wien nach Christi Geburth 
An. 1463"" 
In späterer Zeit Findet sich das Wappenbild von Neukloster mit der 
Figur der Gottesmutter vermehrt, indem man diese entweder in einem 
eigenen Schilde nebenan setzte, so zum Beispiel im Wappen des Abtes 
Alexander Standthartner (1683-1707) aus dem Jahre 1693 (Wappen- 
album der niederösterreichischen Landesverordneten), oder sie im oberen 
roten Teile des Stiftswappens unterbrachte, wie dies im Wappen des 
Abtes Anton Wohlfart (1801-1836) aus dem Jahre 1832 zu sehen ist 
(Abb. 43), wodurch aber das goldene Kreuz in die Binde zurückgedrängt 
wurde. 
Diese eigenmächtige Vermehrung der Schildiiguren wird durch die 
besondere Verehrung der Regina coeli von seiten des Zisterzienserordens 
erklärlich. 
  
 
Ahb.43.Zislerzienser- 
stiftNeuklosterßßp) 
4' Nach ciner Abschrift, die Abt Anton Wohlfart im Jahre x83: an das erzbischölliche Konsistorium 
übermittelte.
	        

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