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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 6 und 7)

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Abteien, wie zum Beispiel Göttweig, einst wegen seines Reichtums „zum 
klingenden Pfenning" geheißen, Melk, Klosterneuburg und so weiter lehrt. 
Mit dem Rücküuten der Religiosität verstopfte sich auch die Mehrzahl jener 
Kanäle, durch welche den geistlichen Stiften die Werte aus den Säckeln der 
Gläubigen zugeströmt waren. 
Die Stifte, als Großgrundbesitzer, benötigten zu ihrem geschäftlichen 
Verkehre mit der Außenwelt, zum Ausstellen von verschiedenartigen 
Schriftstücken und Dokumenten die damals dazu unbedingt notwendigen 
Beglaubigungszeichen oder Siegel, die in den ersten Zeiten ihrer Einführung 
entweder die Figur des Stiftspatrons oder eine Abtiigur als Hauptmotiv im 
Siegelfelde aufweisen. Die heraldische Dekoration dieser Siegel tritt erst 
viel später in den Vordergrund, doch finden sich vereinzelt bereits im 
letzten Viertel des XIII. Jahrhunderts Wappenschildchen neben der Abt- 
figur im Siegelfelde vor. klare Symbolik, welche 
Die von den Stiften Kraft in der Zeichnung 
meist selbst sich zugeleg- liegt zum Beispiel in dem 
ten Wappentiguren sind WappendesBenediktiner- 
der Zeit entsprechend stiftes Göttweig (Abbar) 
einfach und schlicht in im Vergleiche mit dem 
der Form, erst später simplen I-Ieiligenbildchen 
werden sie dem heraldi- im Wappen der Abtei 
schen Geschmake der Telki (Abb. 37). 
jeweiligen Kunstperiode Das erste Auftreten 
angepaßt, komplizierter eines Stiftswappens ist nur 
und damit auch unver- Abb l Reguümemeranerh in jenen Fällen nachzu- 
ständlicher. Welch edle ' 3m, Chmhmen weisen möglich, wo noch 
Einfachheit und treffende, eine lückenlose Reihe der 
Äbtesiegel eines Stiftes vorhanden ist, im anderen Falle kann man zwar an 
der Hand des noch Vorhandenen Vermutungen aufstellen, aber nichts strikt 
behaupten. Mit der vorliegenden kleinen Arbeit über die Wappen der Abteien 
in Niederösterreich habe ich den Versuch unternommen, die Wappenbilder 
sämtlicher Ordensstifte, die auf niederösterreichischem Boden derzeit noch 
bestehen, in Zeichnung und Beschreibung vorzuführen, begleitet von 
Notizen aus der Geschichte dieser Abteien, die dem Benutzer dieser heral- 
dischen Bilder von Wert sein könnten, so zum Beispiel über den Zeitpunkt 
der Entstehung, der etwaigen symbolischen Bedeutung der von den 
Stiften gewählten Wappenfiguren und dergleichen mehr. Auch über die 
Verleihung von Pedum und Inful an die Pröpste und Äbte sind Angaben 
eingeschaltet worden, um dem Benutzer betreffs der äußeren Dekoration 
der Schilde mit diesen geistlichen Würdezeichen einen Anhaltspunkt zu 
gebenf" 
 
" Die Herren Archivare und Bibliothekare der Stifte Herzogenburg, Idosterneuburg, Heiligenkreuz- 
Neukloster, Schotten und Zwettl wnren so liebenswürdig, meine Arbeit durch die Beantwortung von mir gestellter 
diesbezüglicher Fragen zu unterstützen.
	        

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