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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 6 und 7)

 
Abb. 8G. Walzenbecher aus Stein- Abb. 87. Großer Vorralskrug aus Steinzeug, Bo- 
zeug, um 150a (Sammlung Figdor) denseegegend, XVI. Jahrhundert (Burg Kreuzen- 
slein) 
Gefäßform (Abb. 81). Es folgen henkellose Becher mit Trichterhals. Von 
diesen trägt ein Exemplar der Sammlung Graf Wilczek in den aufgelegten 
Rundmedaillons drei Phallos-Darstellungen als Symbole der dem Wein inne- 
wohnenden Kraft oder als ein Abwehrmittel gegen Zaubertrunk (Abb. 82). 
Bei besonders schlanken, mit kleinem, rundbogig angesetzten Henkel 
versehenen Trinkbechern aus Steinzeug ist die Provenienz noch nicht mit 
Sicherheit nachgewiesen. Man hat ihnen mit Rücksicht auf einen Massen- 
fund im Graben des Schlosses Teilingen bei Haarlem, welches der letzten 
Gräfin von Holland, Jakobäa, gehörte, den Namen „jakobas-Kannetjes" 
(Kännchen der Jakoba) beigelegt. Gräfin Jakobäa verzichtete 1433 auf alle 
Ansprüche im Lande und verbrachte, in vierter Ehe mit Frank van Borsselen 
vermählt, die letzten Jahre ihres Lebens auf Teilingen. In diesem Schlosse 
oder in dessen Nähe sucht die Geschichte die Werkstätte der Krugbäcker. 
Ob nun die Gräfin einen Einfluß auf die Töpfereien genommen hat, sei es, 
daß sie den Bedarf für Schloß Teilingen von diesen bezog oder die Erzeugung 
der Gefäße durch Handwerker im Dienste der Gräfin erfolgte, ist schließlich 
nebensächlich; auffallend bleibt es, daß dieser Typus anderen Orts nur in
	        

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