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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 6 und 7)

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Abb. 8. Schild und Helm des 
Stiftes Klosterneuburg 
Translationsurkunde datiert vom I9. März m44, der 
neue Name lautet: „Canonia Ducumburgensis". 
Engelschalk (T 1267) war der letzte Propst von 
St. Georgen und der erste von Herzogenburg ge- 
wesen. In einem spitzovalen Siegel des Stiftes 
(Abb. 3) aus dem XIV. Jahrhundert mit der Legende: 
S. CAPPL'I ECC - - E - - - II - IN - I-IZOGEN- 
BVRCH ist die Figur des heiligen Georgs zu 
sehen, die Linke auf einen Schild gestützt, der ein 
freischwebendes Kreuz aufweist. Aus diesem Schild 
entsprang das Georgskreuz des Stiftswappens, dessen 
erstes Auftreten ich nicht nachzuweisen vermag, 
wahrscheinlich später als 1337, weil ein Propstsiegel 
aus diesem Jahre noch kein Wappen enthält. 
Papst Alexander VI. erteilte mittels einer Bulle 
vom IÖ. Februar 1498 dem Propste Georg I. und 
seinen Nachfolgern das Recht der Pontifikalien. 
In späterer Zeit erscheint auch das Wappenbild des unteren Marktes 
I-Ierzogenburgi, in Silber ein goldbewehrter roter Adler mit goldenen Spangen 
auf den Flügeln, verliehen vom Kaiser Maximilian I., de dato Wien, I. Juli 
1506, neben der Wappeniigur des Stiftes in den Siegeln der Pröpste, so zum 
Beispiel im Siegel des Propstes Martin III. Müller (1621-1640), dessen 
Wappenschild geviert, im ersten Felde das Sankt-Georgskreuz des Stiftes, im 
zweiten ein M, im dritten den Adler des Marktes I-Ierzogenburg, im vierten 
einen Schrägrechtsbalken aufweist. 
Im Jahre 1724 war von dem Propste Leopold von Planta (172x_174o) 
der Titel eines lateranensischen Abtes erworben und die Aufnahme seiner 
Chorherren in die lateranensische Kongregation vermittelt worden. 
Im Wappen des derzeitigen Propstes, Seiner Exzellenz des Prä- 
laten Frigdian Schmolk, verliehen durch ein Wappenplakat vom 25. juli 
 
Abb.9. Propst Bernhard II. 
Schmeding (1648 - 1675) 
xgox, erscheint auch ein Helmkleinod des Stiftes I-Ier- 
zogenburg, ein silberner Flug, der mit dem roten Sankt- 
Georgskreuz des Schildes belegt ist. Die Decke ist 
rotsilbern tingiert (Abb. 4). Ob dieses Helmkleinod schon 
früher einmal in Gebrauch gewesen war, konnte leider 
nicht ermittelt werden, weil die diesbezüglichen sphra- 
gistischen Unterlagen nicht ausreichend zur Verfügung 
standen. 
In dem Wappen dieses Prälaten erscheinen auch 
die Wappenbilder der beiden regulierten Augustiner- 
Chorherrenstifte St. Andrä und Dürnstein aufgenommen. 
" Herzogenburg bestand einstmals aus zwei getrennten Gemeinden, dem 
oberen Markte („auf der Widem", das heißt zum Vidum gehörig) und dem unteren 
Markte.
	        

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