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Objekt: Monatszeitschrift XXIII (1920 / Heft 7, 8, 9 und 10)

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so manche andere Manufakturen und Werkstätten wurden von den Türken 
zerstört. Leopold I. und Josef I. nahmen die Bestrebungen zur Intensivierung 
des Schaffens wieder auf, vor allem aber erforderte der Wiederaufbau der 
zerstörten Stadtteile und die Heranziehung des Adels nach Wien, wie die 
Festigung und Machtvergrößerung der Kirche eine so starke Bautätigkeit, 
daß die vorhandenen Kräfte nicht ausreichten. Es bedurfte des Zuzuges vieler 
fremder Handwerksleute und der Befreiung des Bauhandwerks, vornehmlich 
der Steinmetze, Stuk- 
kateure, Zimmerleute, 
Tischler, SchlosserJ-Iaf- 
ner von jeder zünftleri- 
sehen Behinderung. Die 
Zeit Karls VI. verfolgte 
diese Ziele mit neuen 
Mitteln und erkannte, 
daß die Ausbreitung des 
Handels die Verbes- 
serung des Straßen- und 
Verkehrswesens zur 
Voraussetzung habe. 
Bald wurden Seiden-, 
Samt-, Taffetfabriken, 
Gold- und Silberspin- 
nereien neu errichtet, 
1713 die Spiegelfabrik 
in Neuhaus, 1718 die 
Porzellanmanufaktur 
durch Du Paquier, 1726 
die staatliche Schafwol- 
lenfabrik in Linz errich- 
tet. Auch die StadtWien 
griff ein, um dem Buch- 
und Kunstdruck beizu- 
stehen, und rief in Ran- 
nersdorf bei Schwechat eine Fabrik zur Erzeugung von Qualitätspapier ins 
Leben. Zahlreiche neue Kunstgewerbe entstanden, so die der Gelbgießer, 
Rahmenmacher, Goldschmiedzeugzurichter, Galanteriearbeiter, Brokat-, Bor- 
ten- und Fransenmacher, der Tapezierer, der Spitzenklöpplerinnen, der Glas- 
Schneider und -schleifer, Vergolder, Lackierer, Graveure und Medailleure. 
Im jahre 1736 soll es in Wien und den Vororten 12.000 Gewerbetreibende 
ohne Hilfskräfte gegeben haben, von denen, was sehr beachtenswert ist, nur 
ein Drittel bürgerliche, das heißt zünftlerisch organisierte Meister waren, 
die übrigen Hofbefreite und andere. Irn jahre I742 versuchte man eine 
Zählung nach der Herkunft der bürgerlichen Meister und da stellte sich 
 
Kunstschau zgzo. Intarsia. Entwurf von Viktor Lurje, ausgeführt von der 
Wiener Werkstätte
	        

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