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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 8 und 9)

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scheint nach einer Münze kopiert zu sein. Chinesische und dann auch euro- 
päische Porzellangeräte, letztere meist aus der Wiener Manufaktur, deren 
Formen und Muster dem vorderasiatischen Geschmack angepaßt sind, fallen 
streng genommen nicht unter den Begriff „mohammedanische Kunst"; aber 
auch diese, zum größten Teil aus dem Besitze von Graf Lerchenfeld in 
Berlin und Freiherr von Oppenheim in Kairo stammenden Leihgaben dienten 
dazu, das Gesamtbild zu ergänzen und zu zeigen, daß der vorderasiatische 
Orient nicht nur der gebende, sondern auch in einzelnen Fällen der empfan- 
gende Teil gewesen ist. 
 
WAFFEN, SCHMUCK, GLAS UND KRISTALL, 
ELFENBEIN- UND HOLZARBEITEN AUF DER 
MQHAMMEDANISCHEN AUSSTELLUNG IN 
MUNCHEN 1910 Sv VON ERNST KUHNEL- 
BERLIN St. 
V  ACHDEM im vorhergehenden die Hauptgebiete des 
w}; Y mohammedanischen Kunsthandwerks nach Maß- 
kl: gabe ihrer Vertretung auf der Münchner Aus- 
stellung eingehendere Besprechung erfahren 
haben, soll im folgenden nur kurz über die 
anderen Techniken berichtet werden, ohne daß 
ihre Bedeutung darum geringer eingeschätzt 
werden dürfte als die der übrigen. 
WAFFEN. Unter den Waffen, deren Katalo- 
gisierung Dr. Camillo List zu verdanken ist, bean- 
spruchen die unter mongolischer Herrschaft in 
Persien im XV. Jahrhundert angefertigten wegen ihrer Seltenheit das meiste 
Interesse. Es sind mehrere gerade Schwerter mit flacher Gold- und Silber- 
tauschierung, die in der Regel eine persische Inschrift und, alle in völlig 
identischer Auffassung, den Kampf zwischen Drache und Phönix zum Vor- 
wurf haben; das bekannteste von ihnen ist wohl der Degen Kaiser Josefs II. 
aus dem Wiener I-Ieeresmuseum, dem sich ähnliche Stücke aus dern Kunst- 
historischen Hofmuseum, dem Historischen Museum in Dresden und dem 
Bayrischen Arrneemuseum anschließen (siehe Abb. 55). Ein in großzügiger 
Omamentik verzierter Rundschild, gleichfalls aus der Wiener Waffen- 
Sammlung, gehört ebendahin, während einige, vermutlich um 1500 in I-Ierat 
gearbeitete Dolche bereits eine neue Technik, mit dichter, filigranartiger 
Goldtausia, aufweisen. Aus dem XVI. Jahrhundert, der Zeit des nationalen 
Aufschwungs unter der Dynastie der Safawiden, heben wir hier nur einige 
historisch bedeutende Stücke hervor: den Rundschild mit Jagd- und Kriegs- 
szenen, Wolkenbändern etc. in spiralförmig verlaufenden Friesbändern, der 
dem Bojarenfürsten Theodor Mstislawski gehörte, 1622 in den Zarenschatz 

	        

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