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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 8 und 9)

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Rubinen, Smaragden und Diamanten besetzt. Endlich wäre noch eine Leih- 
gabe des k. und k. Heeresmuseums in Wien hervorzuheben: das Prunk- 
gehäuse mit der Lanzenspitze, durch die Graf Starhernberg 1686 vor Ofen 
verwundet wurde, eine Wiener Arbeit um 1725. 
GLAS UND KRISTALL. Ägypten, das eine der ältesten Glasindustrien 
besaß, brachte auch in den erstensjahrhunderten des Islam auf I diesem 
Gebiete die meisten Erzeugnisse hervor. Wir nennen hier vor allem ein 
grünes Glasgewicht aus Akhmin, mit eingepreßter Inschrift, datiert 737 n. Chr. 
(Sammlung Dr. Fouquet in Kairo), eine Reihe von kleinen Flakons, Näpf- 
chen etc. der Sammlung Martin, sowie weitere, teils durch Schliff, teils durch 
Pressung verzierte Stücke aus verschiedenem Besitze (Kaiser-Friedrich- 
Museum, Dr. Fouquet, Professor Sarre, Folkwang-Museum in Hagen). Zwei 
 
Abb. 6x. Geschnitzte Elfenbeinplatte, Mesopotamien oder Kleinasien, XII. Jahrhundert (Museo 
Nazionale, Florenz) 
geschnittene, becherförmige Gefäße, jedes mit Löweniiguren und einem 
Adler, beziehungsweise Greifen, das eine aus dem Rijksmuseum in Amster- 
dam, das andere aus dem Germanischen Museum in Nürnberg, vertreten 
den Typus der sogenannten Hedwigsgläser (X. bis XII. Jahrhundert), die 
häufig in christliche Kirchen und Klöster gelangten. 
Eine dritte Gruppe, die ungefähr in die gleiche Zeit fällt, bilden die 
Arbeiten aus Bergkristall, die als eine der schönsten künstlerischen Errungen- 
schaften der fatimidischen Kultur anzusehen sind. Die bedeutendste unter 
ihnen ist die riesige, in sechzehn Facetten geschliffene, zweihenkelige Kanne 
aus dem Brautschatz der Gemahlin Kaiser Leopolds I., jetzt im Kunst- 
historischen I-Iofmuseum in Wien. Von ähnlicher Form, aber kleiner und nur 
einhenkelig, ist ein Stück aus dem Besitze des Pariser Antiquars Stora. Das 
Germanische Museum schickte seinen berühmten Bergkristall in Mond- 
sichelform mit kuiischer Inschrift auf einen Fatimidensultan (im XVI. Jahr- 
hundert als Ostensorium montiert), das Karlsruher Museum seinen ebenso 
bekannten großen Löwenkopf, die Klosterkirche Hochelten ein kleines 
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