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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 10)

sind Skizzen von Tiepolo und verschiedenen Meistern der venezianischen 
Schule des XVIII. Jahrhunderts. Ferner ist noch eine schlafende Venus aus 
Bouchers Schule und ein Historienbild von de Troy vorhanden. Die Haupt- 
wand des nächsten Raumes wird von vier zusammengefügten Türen einer 
Bibliothek des XVIII. Jahrhunderts eingenommen. Zwischen den einzelnen 
Teilen befinden sich geschnitzte Paneele. Aus der Mitte jenes Jahrhunderts 
befindet sich über einem Marmorkamin ein großer Spiegel mit vergoldetem 
Holzrahmen. Hervorzuheben sind kleine Bronzen, andere Metallarbeiten 
und ein schmiedeeisernes Gitter aus der Zeit Louis XV. 
In den beiden folgenden Räumen finden wir Arbeiten aus der Zeit 
Lous XVI. Besonders typisch sind Wandpaneele, eine Tür und verschiedenes 
Schnitzwerk, das alles aus den Tuilerien stammt und dem Brand im 
Jahr 1871 entgangen ist. Unter den vielen Gegenständen in diesen Räumen 
fallen vier ovale Bilder auf, die geschnitzte Rahmen haben und Damen im 
Kostüm jener Zeit darstellen. Ferner sind Skizzen des Malers de Witt vor- 
handen. 
Bemerkenswert ist auch ein Fries, der aus sechs geschnitzten Teilen 
besteht, mit Medaillonporträts berühmter Maler jener Zeit. Erwähnt sei, daß 
sich in allen Räumen, die die Hoentschel-Sammlung enthalten, auch wert- 
volle Bronzen befinden. 
Die französischen Räume sind alle an der Ostseite des Gebäudes. Zwei 
Korridore führen zur Westseite. Diese Korridore enthalten eine sehr schöne 
Kollektion von Fächern aus dem XVII. und XVIII. Jahrhundert, ferner 
deutsches, französisches und englisches Porzellan. Besonders hervorzuheben 
ist noch eine Sammlung von Zinngefäßen aus Österreich, Deutschland, 
Frankreich und England. 
Die beiden Räume, die wir auf der Westseite zuerst betreten, sind eng- 
lischen Arbeiten gewidmet, namentlich Porzellanen und Töpfereien aus dem 
XVII. und XVIII. Jahrhundert. Im ersten Raume sind Arbeiten von der 
elisabethinischen bis zur Queen-Anne-Periode. Chippendale und Hepplewhite 
herrschen im zweiten Raume. 
Inwieweit die amerikanischen Kolonisten von diesen verschiedenen 
Stilarten beeinflußt wurden, zeigen die Gegenstände der folgenden vier 
Räume. Wie ich in meinem Artikel über die Hudson-Fulton Ausstellung 
(Kunst und Kunsthandwerk, März 1910) zeigte, haben auch Holländer, Spanier 
und Franzosen auf die Stilarten der hiesigen Kolonisten Einfiuß genommen. 
In den Räumen, die der Kolonialperiode gehören, über die ich in dem ge- 
nannten Artikel schrieb, sind vor allen Chippendale, Sheraton und Hepple- 
white maßgebend. 
Im letzten Raume wird noch der Einfiuß gezeigt, den der Empirestil in 
Nordamerika gehabt hat. Zum Vergleich befinden sich einige Originalmöbel 
darunter, die aus Frankreich kommen. AlsWandschmuck sind in den Zimmern 
Gemälde amerikanischer Künstler jener Periode ausgestellt. Auch einige 
Arbeiten der neueren Zeit sind hier noch zu finden.
	        

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