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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 10)

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Qualitäten immer wieder in Betracht gezogen werden muß. Man kann sagen, daB heute für 
jede eigenartige Wirkung auch gleichzeitig die eigenen Techniken miterfunden werden 
müssen. Die Bedürfnisse der verschiedensten Berufsarten nach Zweck, Materialien und 
Techniken bilden die Grundlagen für eine erstaunliche Vielseitigkeit der Konzeption und 
Originalität im Wesen der textilen Kunst. Eine Reihe in den Werkstätten der Anstalt 
von den Schülern selbst durchgeführter Stoffe beurkunden diese Tatsache in treülichen 
Beispielen und es ist zu erwarten, daB eine zielbewußte Weiterführung dieser Prinzipien 
einen bedeutenden Aufschwung im textilfachlichen Unterricht herbeizuführen geeignet ist. 
AHRBÜCH DES STIFTES KLOSTERNEÜBÜRG. Wir fühlen uns ver- 
pBichtet, unsere Leser auf die neue, ausgezeichnete Veröffentlichung des Klosterneu- 
burger Chorherrenstiftev aufmerksam zu machen, da sie nicht nur für den Fachmann 
von großer Bedeutung ist, sondern auch weiten Kreisen der Kunst- und I-Ieimatfreunde 
reichlich Anregung bieten wird. Dr. Ferdinand Schönsteiner behandelt eine neuentdeckte 
Kanonsammlung aus der zweiten Hälfte des XII. Jahrhunderts, Berthold Öemik die Tage- 
bücher des Stiftes Klosterneuburg über die Invasionen der Franzosen in Österreich in den 
Jahren 1805 und 1809, Dr. Vinzenz Oskar Ludwig die Briefe des Florianer Chorherrn und 
Stiftsarchivars Franz Xaver Kurz an den Klostemeuburger Chorherrn Max Fischer 
(x8x2-1837); Andreas Weißenböck spricht über den gerade vor einem Jahrhundert ver- 
storbenen Freund Haydns, den Klostemeuburger Musiker und Komponisten Johann Georg 
Albrechtsberger, Dr. Wolfgang Pauker endlich über den Bildhauer und Ingenieur Matthias 
Steinl. Man sieht also, es ist ein sehr reichhaltiges Programm, und es wird wohl kaum 
jemanden geben, der auf all diesen Gebieten, wenn sie auch sämtlich jeden Gebildeten 
fesseln müssen, zu einem Urteile berechtigt wäre; darum wollen auch wir uns hier 
beschränken. Wir haben zwar neulich in einer sonst ernster zu nehmenden Kunstchronik 
den Ausweg gefunden, daB der Beurteiler eines von mehreren Verfassern herrührenden 
Werkes einige selbständige Arbeiten oEenbar nicht gelesen, sondern nur die Seiten gezählt 
und danach sein Urteil gebildet hat; wir gestehen lieber offen, daß wir nur den Aufsatz 
Paukers wirklich gelesen haben und nur über ihn berichten wollen, weil wir uns nur darüber 
ein Urteil zutrauen. Daß wir uns mit der österreichischen Barockkunst selbst ernsthaft 
beschäftigt haben, wird den Lesern dieser Zeitschrift wohl bekannt sein. Gerade der 
sogenannte Fachmann kommt aber häufig in die Versuchung, es jedem andern zu verübeln, 
wenn dieser „sein" Gebiet betritt und dort vielleicht gar Neues findet. 
Wenn wir also die Arbeit Paukers als eine der wichtigsten und hervorragendsten 
auf dem eben erwähnten Gebiete bezeichnen, dürfen wir wohl einiges Vertrauen in An- 
spruch nehmen. Wir halten es bei einer so bedeutenden und reichen Arbeit aber auch 
für unpassend, diese oder jene Einzelheit besonders hervorzuheben, besonders da bloße 
Vermutungen immer deutlich als solche gekennzeichnet sind und Ergänzungen besser in 
anderem Zusammenhange gebracht werden können; wir betonen nur, daB wir einen der 
wichtigsten, bisher fast unbekannten Meister der österreichischen Barockkunst durch 
Urkunden, Zeichnungen und ausgeführte Werke, die auch in zahlreichen Abbildungen 
vorgeführt werden, kennen lernen, daB wir über mannigfache Kunstwerke in Klosterneuburg, 
in Wien und sonst in Niederösterreich zum erstenmal genauere Aufklärung erlangen, 
daB wir aber auch in ungeahnter Weise Einblick in die Verhältnisse der verschiedenen 
Kunststätten, wie des bisher so unterschätzten Dorotheenstiftes in Wien, und besonders 
auch der Beziehungen der kunstfreundlichen Stifte untereinander, sowie in das ganze 
Getriebe der damaligen Kunstübung gewinnen. Wir lernen das Verhältnis der großen 
' Jahrbuch des Stiftes Kloaterneuburg. Herausgegeben von Mitgliedern des Chorherrenstiftea. II. Wien 
und Leipzig xgog.
	        

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