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Volltext: Alte und Moderne Kunst XI (1966 / Heft 89)

Alois Vogel 
DER BlLDHAUER 
RUDOLF KEDL 
In Stadtschlaining. im südlichen Burgenland, am 
16. April 1928 geboren, ging Kedl in Ober- 
schützen in die Mittelschule und wandte sich 1945 
nach Graz, um sich dort auf der Kunstschule bis 
1949 in der Klasse für Gold- und Silberschmiede 
ein solides handwerkliches Können anzueignen. 
Schon hier zeigte er hauptsächlich Interesse für 
Gefäße und kleinplastische Arbeiten. In Wien, 
auf der Akademie der bildenden Künste, setzte er 
in der Bildhauerklasse des Professors FritzWolruba 
sein Sludium fort. 
In dieser Ausbildungszeit schuf er seine ersten 
figuralen Plastiken aus getriebenem Metall. Be- 
sonders erwöhnenswert und in eine spatere Phase 
seiner Entwicklung weisend sind einige Köpfe 
sowie eine „Sitzende" und eine „Liegende". die 
jeweils, und das ist besonders vom Technischen 
her interessant. aus einem Stück oder im wesent- 
lichsten aus einem Stück Kupferblech. zu einer 
plastischen Form von 25 cm Höhe getrieben wur- 
den. Daneben hat der Bildhauer auch in Stein 
gearbeitet. Besonders um das Jahr 1955 
zeigt sein Schaffen eine sehr abstrakte Richtung. 
die zu architektcnisch-kubischen Aufbauten ten- 
dierte. 
Eine entscheidende. große Wendung brachte bei 
Kedl eine Reise nach Griechenland. 1955156 be- 
fand sich der Künstler in Athen. und mit dem 
ersten nach dieser Reise entstandenen Werk kehrte 
er radikal zur menschlichen Figur in seiner Er- 
scheinungsform zurück. Ein stehender weiblicher 
Akt mit zum Tragen hochgehobenen Armen 
erinnert haltungsmüßig an Karyatiden. allerdings 
an archaisch strenge Trägerinnen. Dieser Körper 
weist schon alle Merkmale des weiteren Schaffens 
unseres Künstlers auf; einerseits das Röhrenförmige. 
Kugelige. Emparstrebende und anderseits das 
Gedrungene. ln-sich-Geschlassene. 
In den Jahren 1957158 wendet sich der Bildhauer 
wieder der Technik des Metalltreibens zu. und 
sofort werden die Formen. geradezu aus der 
Bedingtheit des Materials heraus, reiner und ein- 
facher. Puppenartige Gefüge idolhafter Prägung 
mit Röhrenbeinen. Kugeln als Bäuchen. Brüsten
	        

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