MAK

Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 12)

 
der Epigone als Konservator eine wichtige Aufgabe finden; für solche Fälle 
gibt S. järays Wohnzimmer einer jungen Dame nach Vorbildern aus der Zeit 
Kaiser Josefs II. Anregungen. J. Soulek zeigt in vortrefflich ausgeführten 
Möbelstücken, wie man durch Anlehnung an die Biedermeierzeit auch moder- 
nen Wohnräumen gute alte Formen einfügen kann. 
Die Liebe zu den trefflichen Leistungen der Vergangenheit darf uns 
nicht blind machen für die Aufgaben der Gegenwart. Wenn unsere Kultur 
auch noch nicht überall jene Einheit besitzt, die zur Schaffung einer 
modernen Kunst unerläßlich ist, so sind wir doch auf guten Wegen dazu; 
jeder Fortschritt auf diesen Bahnen ist zu begrüßen. 
Das Sitzzimmer von L. Loevy nach Entwurf von]. Breuer zeigt, daß 
auch die sachlich strenge moderne Formgebung mit den einfachsten Mitteln 
starker festlicher Wirkungen fähig ist und noch mehr beweist dies der 
geschmackvolle Raum, in welchem die Wiener Werkstätte durch eine 
Vitrine mit modernem Schmuck und Kleidungsstücken auf die neuen 
Entwicklungsmöglichkeiten hinwies (mehr hat dieser ausgezeichnete und 
so impulsive, künstlerisch hochstehende Werkstättenbetrieb diesmal leider 
nicht geben wollen). Solche Hinweise lassen den Vertrauensvollen und Wohl- 
meinenden weit mehr Freude empfinden, als der Skeptiker und Zweifler zu 
ahnen vermag. 
Wenn wir dann sehen, wie 
auch das auf maschinellem Wege 
fabriksmäßig erzeugte Möbel aus 
gebogenem Holz durch künstleri- 
schen Einfluß geschmackvoll ent- 
wickelt werden kann, so wächst das 
Vertrauen in die Zukunft. Jakob und 
Aus einem Klffeeservice, ausgeführt von Josef Bück, Dekorentwurf des Ausstellers, Mndellentwurf der Wiener 
Werkstätte 

	        

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