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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 12)

getan hat, auch unserer modernen Klei- 
dung den Perlenschmuck wieder einzu- 
verleihen. 
Was Frau A. Szeps in einer kleinen 
Vitrine in dieser Art ausgestellt, ist nur 
eine kleine Probe ihrer lange geübten 
feinen Kunstfertigkeit; auch die Damen 
Val. Petter, E. Steinbrecher und andere 
wissen in verschiedenen Kombinationen 
die Knüpfarbeit und das Bandgeflecht, 
den Reiz des Bernsteins, der Korallen, 
der Glasperlen mit dem Glanze der Seide, 
der Silberkette oder Goldschnur vereint 
zu höchst reizvollen Gebilden zu ver- 
werten, die ihren Trägerinnen in hohem 
Grade zum Schmucke dienen müssen. 
Wie häuiig greift heute die Damen- 
welt zu Stickereien und Spitzen, um sich 
damit zu schmücken, welche eine ärm- 
liche Bäuerin unter dürftigsten Lebens- 
Verhältnissen ersonnen und zur eigenen 
Anhänger mit Email und Amethysten, entworfen Freude ausgeführt hat. Und wenn heute 
"m: "sßmh" "o" Soph" smd" eine Städterin als Glanzpunkt ihres Gesell- 
schafts- oder Straßenkleides handgewebte Bänder, Streifen, gestickte Borten 
und Kragenteile oder die Kopfteile von Hauben trägt, welche einer slowa- 
kischen oder südungarischen Bäuerin um geringes abgekauft wurden - so 
liegt darin für den Kunstmangel unserer modernen städtischen Kultur ein 
großes Armutszeugnis. 
In einer Reihe von sehr wirksamen Stickereien, Knüpfarbeiten, Appli- 
kationen suchen Absolventinnen der k. k. Kunststickereischulen dagegen 
Stellung zu nehmen. Sie bringen den Beweis, daß auch die schulmäßig aus- 
gebildete Stickerin Leistungen aufzuweisen hat, die Gehalt und Bedeutung 
besitzen. Allerdings muß hier konstatiert werden, daß man vorerst bei den 
volkstümlichen Arbeiten, die alte Traditionen durch Jahrhunderte weiter- 
bilden, in die Schule gehen mußte. Aber man ist auch 
manchmal um beträchtliche Schritte weiter gegangen. 
Wer die reizvolle Vitrine der Hausindustrievereine 
studiert, die eine Reihe vonrefflicher Stücke der ver- 
schiedenartigsten örtlichen Provenienz vereinigt, wird 
finden, daß es sich da immer wieder um bestimmte 
Bestandteile einer konventionellen Tracht handelt. 
Diese Beschränkung fällt bei den modernen Arbeiten 
weg, die in bezug auf Technik und Zweck das weiteste Bmch" o?" "mpmm "u" 
_ geführt von josef Reiners 
Feld durchmessen. Auch in dem zur Verwendung Erben 
 

	        

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