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Full text: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 12)

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Carriera, Angelika Kauffmann und andere mehr, von den recht nach dem Geschmack des 
ewigen Publikums gerichteten, wie die Vigee-Lebrun, zu schweigen. Führende Geister darf 
man sich auch nicht in I-Iinkunft erwarten, doch geführt, haben sie eine ansehnliche Stufe 
erreicht, die eine Judith Leyster in die Nähe ihres Abgottes Hals, eine Marguerite Gerard 
in die des Fragonard gebracht hat. Und zwischendurch stößt man auf ein Paradestück der 
Delaroche-Epoche, das Porträt der Rache] von Friederike O'Connell-Miethe, oder auf ein 
intimes Pastellbildnis der 
Luise Seidler (Alma von 
Goethe) und Miniaturen 
derBarbaraFröhlichGrill- 
parzerschenAngedenkens. 
Eine heimische Blumen- 
malerin wird in ihr Recht 
eingesetzt, Pauline Freiin 
von Koudelka, auf deren 
Tafeln Alt-Holland ein 
Bündnis mitAlt-Wien ein- 
gegangen ist. Mitten in die 
Kämpfe um die moderne 
Kunst wird man in den 
Raum versetzt, der einige 
der wertvollsten Eröffnun- 
gen der Ausstellung birgt. 
Eva Gonzales und Berthe 
Morizot, beide im Banne 
Manets, doch nur die 
erstere seine persönliche 
SchülerinJeuchtenweithin 
durch ihre hellen Bilder, 
die von der Rückkehr zur 
Natur künden, und zwi- 
schen ihnen glaubt man 
Maria Bashkirtseß", die früh 
Dahingeraffte, selber zu 
sehen, nicht bloß ihr Bild, 
das sie in ihrem unersätt- 
lichen Ehrgeizzerfetzthat. 
Zu diesen Kampfnaturen 
Kniipfteppich, entworfen von Professor Otto Prutscller, ausgeführt von der Slnd drei Osäerrelcherln- 
Aktiengesellschaft a" k. k. privilegierten Teppich- und Möbelstoßabriken, "e" gesam- dm am Wege 
vormals Philipp Hans a Söhne starben: Mimi Munsch, 
Ernilie Mediz-Pelikan und 
Hermine Heller-Ostersetzer. Und nun die lebende, lebendigste Gegenwart, in allen Stilen 
und Malweisen schillernd, international. Bloß England und in seinem Fahrwasser auch 
Amerika zeigen sich protektionistisch gesinnt; im übrigen, wenige Ausnahmen abgerechnet, 
ist man sichtlich den von Paris und München ausgehenden Lehren ergeben, unmittelbar 
oder doch abgeleitet. Zudem könnte man in einzelnen Fällen noch genaue Parallelisrnen fest- 
stellen, auch wo sie nicht schon dadurch nahegelegt sind, daß die Künstlerinnen die Frauen 
oder sonst Familienangehörige anerkannter Maler sind (Charlotte Besnard, jeanne Simon, 
Marie Cazin, Lisbeth Delvolve-Carriere, Deaux Roll, S. Mesdag van Houten). An eigener 
Kraft tut es nicht so leicht jemand der Holländerin Therese Schwartze gleich, die ganz 
prächtig vertreten ist, was man von Dora I-Iitz (Berlin) und der verpariserten Schweizerin
	        

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