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Volltext: Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 12)

von Else Laske und Grete Wieden-Veit, an Zeichnungen von Marianne Frimberger und 
Gabriele Murad-Michalkowski beigesteuert worden. Unzulänglich und schrolT, doch bitter 
ernst in ihrem Ringen darf Margarete Munk nicht übergangen werden; Else Fränkel-Hahn 
hat sich in dem „Lasset die Kindlein zu mir kommen" ein hohes Ziel gesteckt, indem sie 
Maurice Denis nacheifert. Zu Krakau bekennt sich Olga Boznanska, mit dem Umweg über 
Paris, sowie mit dem über München Elfriede von Coltelli und Friederike von Koch zu 
Graz. Daß im Graphischen Kabinett Käthe Kollwitz (Berlin) nicht fehlen durfte, ist selbst- 
verständlich; Lilli Gödl-Brandhuber (Prag) und Tanna Hörnes als Radiererinnen, Martha 
Hofrichter mit vortrefflichen farbigen Holzschnitten bringen auch hier Österreich zu Ehren. 
Dasselbe gilt von den Bildhauerinnen, die sich gleich im Vestibül durch eine Kaiserbüste 
von Lona von Zamboni günstig ankündigen. Ilse Conrat versteht es, seelisch ungemein ein- 
dringlich zu werden, und wirkt darum nachhaltiger als das üppige Talent der Th. F. Ries. 
Durch Porträtbüsten sind Melanie von Horsetzky, Julie H. Heller und die vielseitige 
Elsa Köveshäzi-Kalmar vertreten; an Kleinplastik sind die 
Plaketten von Hella Unger und ein Porzellanligürchen von 
Johanna Meier-Michel bemerkenswert, die auch das durch 
sachgemäße Fassung ansprechende Plakat der Ausstellung 
entworfen hat. 
KÜNSTLERHAUS. Geiallsam sich anbietend, gleicht 
auch die heurige Herbstausstellung so mancher ihrer 
Vorgängerinnen; die an ihr beteiligten Künstler werden 
einem, denkt man bei sich, demnächst mit vollwertigeren 
Arbeiten wieder begegnen und dann besser zu würdigen sein. 
Doch aus dem ganzen Großen, wie es sich jetzt darstellt, 
hebt sich einiges von selbst hervor und gibt ihm eine 
nicht alltägliche Bedeutung. Laute Totenklage geht von der 
Gedächtnisausstellung für Rudolf Quittner aus, den ein grau- 
sames Geschick früh gefällt hat. Seine an Umfang nicht 
geringen Landschaften hat er aus einer bewußten deko- 
rativen Gesinnung heraus gemalt, ohne darüber das volle 
atmosphärische Leben zu vernachlässigen. Dürltige Motive 
wie die aus einer Kleinstadt geholten oder die „Parkstiege" 
gewinnen unter Quittners Hand eine sonderliche Bedeutung, 
so daB sie sich nicht weniger einprägen als die gegen- 
ständlich dankbareren von den Pariser Ufern der Seine. 
Dort hatte er bei Monet und Thaulow und andern Meistern 
der impressionistischen Technik sich sein Rüstzeug geholt, 
um diese Bilder zu malen, die den Stempel unserer Zeit 
tragen, still und vornehm. Viel weiter zurück weist die 
Gedächtnisausstellung, welche dritthalb Dutzend der zumeist 
von Wiener Plätzen und Straßen erzählenden Genrestück- 
chen des Karl Freiherrn von Merode vereinigt, ein Ensemble 
vieler schumriger, von Farbenwitzen gesprenkelter Szenen 
im Dämmerlicht, das der Künstler auch in Werkstätten mit 
Vorliebe aufgesucht hat. Von der erklügelten Atelierkunst 
weg strebt ein Junger, Franz Windhager; zwar wird einem 
angesichts der von ihm mit hübschem Kleinzeug voll- 
gehängten Wand vielfach „retrospelrtiv" zumute, aber sein 
Thenubuml aus PHI". und Geschmack und sein leiser Humor zeugen doch von einer 
sddenschn-lmn, ausgeführg von gesund anmutenden eigenen Begabung. Noch zwei Kollek- 
Valerie Petter tionen von Gemälden lebender Künstler sind zu erwähnen:
	        

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