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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 1)

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fang. Nach der darauffolgenden neuerlichen Erwärmung des Trichters und 
seinem Aufblasen zur Kugel, mußte der Meister darauf sehen, den farbigen 
Teil in die Form zu senken, während der farblose Teil die Klappe bildete. 
Waren zwei Überfänge herzustellen, so wurden die zwei Farben nach- 
einander auf den Nabel gelegt - also beispielsweise bei violettem Überfang 
zuerst Blau und auf dieses Rot. Beim fertigen Glas war dann die Reihen- 
folge der Glasschichten, von außen gerechnet, blau, hierauf rot und schließ- 
lich farblos (Kristall). Durch das Schleifen und Kugeln konnte die blaue 
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Abb. 34. Glas. rubinrot überfangen, die beiden 
Medaillons (Pferd und rückseitige Ziervase) mir 
kameenanig behandeltem Schliff 
 
Abb. 35. Glas, gelb überfangen, besonders 
schwerer Fuß 
 
Schicht an einzelnen Stellen entfernt werden und es entstand ein violett- 
farbiges und rotes Glas; beziehungsweise, es konnte durch Ätzen ein violetter 
oder roter Dekor auf dem Kristallglas erzeugt oder, richtiger gesagt, aus- 
gespart werden. Die Überfanggläser aus farblosem Glas mit transparentem 
Farbenüberfang haben schon aus ästhetischen Gründen entschieden den 
Vorzug gegenüber den farbigen mit opakem Überfang. Am wenigsten er- 
freulich ist die Schöpfung weiß überfangener Gläser. Sie zeigen einen viel 
zu harten Gegensatz des kalten Weiß zu der wieder herausgeschliffenen 
blauen, roten oder grünen Grundfarbe. 
Neben dem Überfangglas erfreute sich auch das durchsichtige Farben- 
glas einer bedeutenden Förderung. Es wurden blaue, gelbe, grüne und
	        

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