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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 1)

 
Abb. 36. Karlsbader Glas mit Darstellung der Spru- Abb. 37. Teplitzer Glas mit Änsichr des Schlot}- 
delkolonnade, gelber Überfang platzes, lila iiberfangen 
violette Transparentgläser hergestellt. Als Königin der Glasfarben galt seit 
jeher aber ein schönes Rot. Johannes Kunkel, welcher die kurfürstliche Glas- 
hütte auf der Pfaueninsel bei Potsdam leitete, erfand 1734 das wirkliche 
Goldrubinglas. Obwohl sein Rezept erst 1826 veröffentlicht wurde, machte 
Glasmeister Leopold Mayer auf der Paulinenhütte schon im Jahre 1803 
gelungene Versuche mit Rubinglas. Die Hütte Neuwelt erzeugte 1828 Rubin- 
plattierglas, somit Überfangglas, und 1842 massives Rubinglas mit Gold- 
purpur. Auch von Friedrich Egermann heißt es, daß er im Jahre 1830 das 
„so viel beliebte und viel belobte Rubinglas" herzustellen verstand. Eine 
andere Gruppe waren die halbdurchsichtigen und undurchsichtigen (opaken) 
Glasarten, so das Milch- (auch Beinglas genannt), Alabaster- und Opalglas, 
mit ihren verschiedenen Färbungen, wie Chrysopras (grünes), Turquis (blaues), 
Rose Dubarry (rosa Beinglas). Auf die Herstellung des ganz dunklen, 
schwarzen und undurchsichtigen Glases (I-Iyalitglases) erhielt Graf Buquoy 
im Jahre 1820 ein achtjähriges Privileg. Es wurden daraus Tee- und Kaffee- 
service erzeugt." 
Aus der Glashütte gelangen die Gegenstände zuerst zum Schleifer, der 
in erster Linie das Absprengen und Abkratzen zu besorgen hat. Wie vorhin 
" Julius Reich, Hahlglasindustrie Österreichs, Wien 1898.
	        

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