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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 1)

schmiede in den Vordergrund getreten. 
Von diesen wird, teils wegen des Effektes, 
teils aus Gründen der Billigkeit, auch viel 
Bronze und Kupfer zu künstlerischerArbeit 
verwendet. So arbeitet J. C. Burdick, der 
Präsident der Newyorker Metallarbeiter- 
, gilde, hauptsächlich in oxydiertem Kupfer. 
Er gebraucht auch oft farbiges Glas, das er 
durch ein eigenes Verfahren in das Metall 
einzementiert und noch mit anderem Glas 
unterlegt. Nach seiner Ansicht soll das Material ganz durch Einfachheit 
wirken, deshalb bringt er wenig Dekorationen an. 
Die Vizepräsidentin der Metallarbeitergilde, Grace Hazen, ist eine sehr 
talentierte Künstlerin von ernstem Streben. Sie hatte zierliche Arbeiten, aber 
auch schwere Schmuckstücke in Gold und Silber ausgestellt, von denen 
manche an die schöne und solide Art der alten Gold- und Silberschmiede 
erinnern. Immerhin kann nicht von einer Nachahmung alter Stile gesprochen 
werden. Der Sekretär der Gilde ist der vielseitige Paul Schramm, ein 
geborener Württemberger, der zuerst Weber war, sich dann aber, noch in 
Deutschland, der Malerei und Bildhauerei zuwandte. Seit ungefähr zwölf 
Jahren weilt er in Amerika, wo er als Kunsthandwerker tätig ist. Er gebraucht 
für seine Arbeiten, die sich zum Teil durch Eigenart auszeichnen, öfters die 
menschliche Figur, namentlich für Ringe. Seine Arbeiten zeichnen sich auch 
in bezug auf ihre Farbe und ihren Dekor aus. 
Künstlerisches Empfinden sowie handwerkliches Können bewiesen 
auch die Gegenstände, die Helen Keeling Mills ausgestellt hatte. Sie hat in 
London, Paris und Stockholm studiert. In der englischen Hauptstadt lernte 
sie bei dem Emailleur Fisher die mittelalterliche Art des Emaillierens, die 
sie in gelungenen Arbeiten zu verwerten weiß; in Paris hat sie sich in der 
modernen französischen Emaillierung geübt und in Stockholm eine all- 
gemeine Ausbildung in Metallarbeiten erhalten. Zum Schmuck ihrer Silber- 
sachen bedient sie sich auch der Edelsteine. Sie macht viele kirchliche 
Gegenstände, für die sie vielfach den gotischen Stil benutzen muß. Ihre 
Silberservice sowie die Schmucksachen zeigen eine vornehme Einfachheit. 
Viele ihrer Arbeiten, darunter große Tafelstücke in Silber, sind in Form und 
Dekoration modern. 
Die Künstlerin teilt ihre Werkstatt mit Eleanor Deming und Jeanne de 
Mac Carty. Manche Arbeiten werden von den Damen gemeinsam ausgeführt, 
die meisten Stücke sind aber selbständige Erzeugnisse. Eleanor Deming 
hat sich im allgemeinen auf Schmucksachen verlegt. Sie hat bei John 
W. Alexander, dem gegenwärtigen Präsidenten der Academy of Design, 
gemalt und bei dem Bildhauer Herbert Adams modelliert. Die Emaillierung 
lernte sie von Fräulein Mills. Auch Eleanor Demings Arbeiten zeichnen sich 
durch vornehmen Geschmack aus. 
 
Grace l-iazen, Schmuck, Silber
	        

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