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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 1)

Von besonderem Interesse sind die zahlreichen Illustrationen und Pläne von Villen, 
Arbeiterhäusern wie auch von größeren Landhäusern, Bauten, die von den ersten Archi- 
tekten Englands ausgeführt worden sind. A. S. Levetus 
DIE NORWEGISCI-IE MALEREI VON ANDREAS AUBERT. Bei 
Klinkhardt ä Biermann (Leipzig) erscheint soeben in einer Übersetzung von Walter 
Schmidt eine Geschichte der norwegischen Malerei des Zeitraumes von r8r4 bis xgoo. 
Diese Übersicht über ein sehr interessantes Gebiet der Malkunst hat Andreas Aubert 
für das Nationalwerk „Norwegen im XIX. Jahrhundert" geschrieben und sie war bereits 
1904 und xgo8 als Einzelschrift in norwegischen Neuauflagen erschienen; nun bringt diese 
deutsche Ausgabe den Gegenstand einem weiteren Leserkreis näher. 
Er wird nicht alle Einzelheiten mit demselben Interesse verfolgen, mit dem der von 
patriotischem Eifer erfüllte Nordländer die Betonung der norwegischen Eigenart beobachtet. 
Er wird aber sicher mit großer Sympathie die ernsten und erfolgreichen Bemühungen 
des energischen skandinavischen Volksstammes erkennen. Wenn der heute gerne betonte 
Abstand norwegischer von schwedischer und dänischer Kunstleistung dem ferner lebenden 
Deutschen auch nicht so groß erscheint, wie den Skandinaviern selbst, so ist aber doch 
jedes dieser drei Brudervölker interessant und bedeutend genug, um auf ernste künst- 
lerische Leistungen hinweisen zu können. 
Die Schrift Auberts zeigt klar die Abhängigkeit der früheren norwegischen Maler von 
den europäischen Kunstschulen - insbesondere von München und Düsseldorf. Es war 
jene Zeit der Vaterlandstlucht, in welcher die nordischen Künstler in fremden Landen 
lebten, so sehr sie auch mit ihrem Herzen an der Heimat hingen. Sie malten norwegische 
Landschaften und Sittenbilder in Düsseldorfer oder Münchner Geist. 
Dann kam die Hegemonie von Paris mit den umwälzenden modernen Bestrebungen 
und dem um so vieles weiteren Gesichtskreis und höheren Maßstab. Die Norweger, die in 
diesem Brennpunkt der Malerwelt ihre Geltung durchsetzen konnten, waren Weltbürger 
der Kunst. Die l-Ieimkehrenden schufen im eigenen Land eine Kunstschule, die den 
Ausgangspunkt national gefärbter, aber doch nicht national beschränkter Leistungen bildet. 
Die herbe und großartige Natur Norwegens bringt herbe, innerliche und hochstrebende 
Künstler hervor, welche die Kleinheit des Landes zwingt, im Auslande zu lernen; aber die 
warme Heimatsliebe bewirkt, daß sie nie ganz vom Boden des Vaterlandes getrennt werden 
können, in dem sie wurzeln. 
So kommt es, daß die norwegischen Maler auf den großen internationalen Schau- 
stellungen stets mit Ehren bestehen, weil sie das universelle Fortschreiten der Erkenntnis 
und des Könnens zum Ausdruck heimischer Anregungen machen. Die ausführliche und 
sorgfältige Arbeit Auberts verfolgt diese Entwicklungsstufen mit Liebe und Klarheit und 
bringt ein reiches und gut aufklärendes Illustrationsmaterial zur Bekräftigung mit. 
I-Iartwig Fischel 
BEISPIELE KÜNSTLERISCHER SCI-IRIFT VON RUDOLF VON 
LARISCHI)" Als vierte Serie der „Beispiele künstlerischer Schrift", welche bisher 
die Anfänge und die Fortentwicklung moderner Reformbestrebungen auf dem Gebiete der 
Schriftkunst begleitet haben, erscheint nunmehr eine Auswahl alter Handschriften. Pro- 
fessor Rudolf von Larisch setzt den Dokumenten zeitgenössischer Betätigung, die bewullt 
und absichtsvoll aus dem Wesen der Schrift künstlerische Leistungen entwickelt hat, 
Dokumente alter Kultur gegenüber, die sozusagen unwillkürlich, als Ausdruck einer künst- 
lerisch hochstehenden Gesamtkultur eine geschmackvolle Form erworben haben. 
Es sind nicht kalligraphische Arbeiten, sondern Briefe, Handschreiben, Dekrete, die 
als handschriftliche Leistungen für praktische Bedürfnisse zu gelten haben. Sie stammen 
' Beispiele künstlerischer Schrift aus vergangenen Jahrhunderten. Herausgegeben von Rudolf von 
Larisch, Wien. In Kommission bei Anton Schroll.
	        

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