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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 2)

Brinckmann in Hamburg hat uns wohl als einer der ersten die ostasiatische, in seinem 
Falle die japanische, Kunst nähergebracht; sein Werk ist heute noch sehr wichtig und 
wird seinen Wert wohl nie ganz verlieren. Er suchte uns den Geist des Ostens vor allem da- 
durch nahe zu bringen, daß er die Kunst des Ostens als geschlossenes Ganzes und in sich 
wohl Begründetes unserer Auffassung gegenüberstellte. 
Münsterberg hatte bei seiner japanischen Kunstgeschichte mehr die allmähliche 
Entwicklung vor Augen und suchte diese nun auch in der chinesischen Kunst zu zeigen. 
Das mit größtem Fleiße zusammengetragene Material ist für den, der sich mit dem 
Osten noch wenig beschäßzigt hat und daher den Reichtum des im einzelnen bereits 
Erreichbaren nicht kennt, geradezu überwältigend groß; es ist daher sehr verdienstvoll, 
daß Münsterberg eine klare Einteilung in Abschnitte vollzogen hat und nach gutem 
englischen Vorbilde am Schlusse jedes Kapitels eine klare Zusammenfassung des aus dem 
Gebotenen sich Ergebenden folgen läßt. 
Wir werden in die älteste Zeit zurückgeführt, da mykenische Ausstrahlungen bis 
Ostasien reichen, lernen dann skythische Einflüsse kennen, dann innerasiatische (besonders 
türkische); sodann wird uns der hellenische Einßuß, der sich vom dritten Jahrhundert 
vor Christi Geburt an geltend macht, vorgeführt. Natürlich muß hier vieles beim Versuch 
bleiben. Klarer wird die ganze Entwicklung Ostasiens, seitdem im ersten nachchristlichen 
Jahrhunderte der Buddhismus sich nach Osten verbreitet; immer sind übrigens noch die 
griechisch-römischen Einwirkungen zu bemerken. 
Aus der Tang-Zeit sind anscheinend wohl keine berühmten Originale erhalten; diese 
Zeit läßt sich aber doch als eine der wichtigsten für das Entstehen national-chinesischer 
Kunst erkennen. Es werden sodann die Einwirkungen verschiedener Völker und Religionen, 
besonders auch des Islams berührt. Und mit Recht wird der Landschaftsmalerei eine ein- 
gehendere Würdigung zuteil. 
Es werden weiter die Mongolenzeit und besonders die Periode der Ming mit ihrer 
so außerordentlich reichen Kunstentfaltung behandelt und auch die Erstarrung unter den 
Mandschu nicht übergangen. 
In diesem ersten Bande konnte nur die „große Kunst" behandelt werden; immerhin 
ist es ein sehr stattlicher Band mit über 300, zum Teil farbigen, Darstellungen geworden. 
Mit dern nächsten Bande wird das Werk dann auch das Kunstgewerbe umfassen, das sich 
im Osten ja so außerordentlich entwickelt hat und auch für Europa einilußreich geworden 
ist, konnten wir doch selbst von einem großen Teile mittelalterlicher Reliquienhüllen und 
anderer Steife, die sich im Osterreichischen Museum befinden, nachweisen, daß sie 
entweder unmittelbar aus dem fernen Osten stammen oder wenigstens von dort her 
beeinßußt worden sind. 
Wir freuen uns schon auf diesen zweiten Band; doch ist der erste für jeden die 
_nötige Vorstufe dazu und auch an sich sehr lehrreich. 
Es ist ja gewiß Vieles auf diesem verhältnismäßig jungen Gebiete der Forschung 
noch nicht ganz geklärt; um so mehr müssen wir für jeden emsten Versuch dankbar sein. 
M. Dreger 
ETTBEWERB FÜR ENTWURFE ZU SCHMUCK UND ZIERAT. 
Der Verlag der Fachzeitschrift „Die Goldschmiedekunst", Herrn. Schlag Nachl, 
Leipzig, veranstaltet einen Wettbewerb zwecks Erlangung von künstlerischen Entwürfen 
zu Schmuck und Zierat in Edelmetall, bei dem für Preise und Ankäufe 3000 Mark vorge- 
sehen sind. Der Wettbewerb ist offen für alle Künstler, die sich den Bedingungen und 
Entscheidungen des Preisrichterkollegiums unterwerfen. 
Als Endtermin der Einsendungen ist der x. April xgu festgesetzt worden. Die Ent- 
würfe sind an den Verlag: Herm. Schlag Nacht, Leipzig, Reichsstraße 18_z0, zu adres- 
sieren und mit der Aufschrift „Wettbewer " zu versehen. Das Preisrichterkollegium tritt 
im Monat April zur Entscheidung zusammen. Die eingesandten Entwürfe sollen in den
	        

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