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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 3)

ganzeLicht- undSchatten- 
wirkung bis ins Einzelne. 
Die größten Ähnlichkeiten 
aber bieten die Figuren in 
ihrer Körperhaltung, in 
den Gesichtstypen und in 
derHaarbehandlung. Das- 
selbe weiche Neigen der 
Köpfe begegnet bei den 
Engeln auf dem Grabstein 
des Mauerkircher so gut 
wie auf dem des Propstes 
Rainer, dasselbe eigenar- 
tige Züngeln der einzelnen 
Haarlocken, genau wie bei 
Friedrich Mauerkircher 
selbst, auch bei den Dia- 
konen des Keutschach- 
Monumentes auf Hohen- 
salzburg. Besonders cha- 
rakteristisch erscheint 
schließlich auch noch das 
eigenartige Einrollen der 
Engelsflügel. 
Wie schon erwähnt, 
übertrifft diese Grabplatte 
die meisten gleichzeitigen 
Werke an Subtilität der 
Ausführungyorallem aber 
auchanReichtumdesklein- 
bildnerischen Schmuckes. 
Die Kurva des Pedums ahmt eine thronende Maria in Edelmetallarbeit 
nach. Auf der Inful sehen wir, in Stickerei gedacht, den Salvator von zwei 
Bischöfen verehrt, eine prächtige Mantelschließe mit der Steinigung des 
heiligen Stephanus hält das Pluviale zusammen, dessen breiter Saum eben- 
falls in Reliefstickerei zu denkende Aposteliigürchen trägt. 
Es mag auffallen, daß mit der Ausführung des Grabsteines nicht ein 
Passauer oder Braunauer Meister beauftragt wurde. Es ist jedoch zu 
erwägen, daß Bischof Mauerkircher nur selten und nur vorübergehend in 
Passau weilte, weil er einesteils sich dort stets von Feinden umgeben fühlte, 
andernteils seine Kanzlerstelle nicht preisgeben wollte. Für bedeutendere, 
namentlich figürliche Arbeiten mögen aber auch in Passau sowohl wie in 
Braunau die geeigneten Kräfte gefehlt haben. Jedenfalls vermißt man unter 
den Werken, die sich noch an diesen Orten erhalten haben und sich auch 
Abb. 24. Von der Grabplatte des Bischofs Friedrich Mauerkircher in 
Braunau 
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