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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 3)

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gebruder der larnprechts- 
hauser". Die Architektur 
ist in Kalkstein, die bei- 
den Bildfelder dagegen 
sind in rotem Marmor 
ausgeführt? 
Das Monument wur- 
de jedenfalls im Jahre 
1520 errichtet. """ Dieser 
Zeit entspricht der ganze 
architektonische Aufbau 
und die Rüstung des lie- 
genden Ritters. Unver- 
einbar mit diesem Zeit- 
punkt aber ist der Stil 
der oberen Bildplatte, die 
sich durch die umrah- 
mende Schräge schon 
genügend als ehedem 
selbständiges Kunstwerk 
zu erkennen gibt, das erst 
später dem neuen Auf- 
bau eingeFügt wurde 
(Abb. 29). Nicht allein die 
streng gotische schwere 
Architektur des dreitei- 
ligen Baldachins, son- Abb 29 Madonnenrelief vom Grabmal des Lukas Lam rechtshauser in 
der" mehr noch die Fal" i i der Dominikanerkircbe zu Regensburgp 
tengebung, insonderheit 
am Gewande der Maria, verweisen das Relief in das XV. Jahrhundert, und 
zwar spätestens in die Zeit von 1470 bis 1480. Innerhalb des Regensburger 
Kunstkreises nimmt sich das Bildwerk recht als ein Fremdling aus. Schon 
das Material desselben und die Herkunft der Lamprechtshauser - ihr Sitz 
Lamprechtshausen liegt im Salzburger Land unweit von Laufen - deuten 
darauf, daß das Werk in Beziehung zu Salzburg steht, und es drängt sich 
die Frage auf, ob es nicht seine Entstehung gleichfalls dem Meißel Valken- 
auers verdankt. 
Nach der oben begründeten Entstehungszeit des Reliefs - 1470 bis 
X480 _ müßten sich am ehesten verwandte Züge mit dem Grabstein der 
NußdortTer in Laufen ergeben. Wir erkennen nun in der Tat in den beiden 
' Vergleiche auch O. C. v. Weegmanu, Architektur und Plastik der Frührenaissance in Regensburg. 
Münchener Dissertation 190g, Seite go. 
""' Nach der aus Regensburg stammenden Grabplane des Lukas Lamprechtshauser im bayrischen 
NationalmuseumJür die der Steinmetz das Porträt des Konrad Celtes von Hans Burgkmair als Grundlage 
benutzte, starb Lamprecbtshauser 1520. _ 
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