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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 3)

 
daß man viel kopieren solle, freilich 
nur nach allerersten Meistern, bald 
aber wußte Mr. Taylor auch dieses 
Streben in die rechte Bahn zu leiten. 
Ferner verstand er die Fabrikanten 
für die Art Schools zu interessieren. 
Sie erkannten bald den Wert der 
neuen Unterrichtsmethode und die 
Beziehungen zwischen Kunst und 
Kunsthandwerk wurden immer in- 
niger. Als vor dreijahren Mr. Taylor 
sein Amt niederlegte, wurde Mr. R. 
Catterson Smith zu seinem Nach- 
Brosche aus Silber und HIaIb-edelsteinen, entworfen und folger ernannt  Seinem Vor_ 
ausgeführt von der Birmingham School of Art __ , . . 
- ganger 1st der neue Direktor ein An- 
hänger William Morris" und war sogar Mitarbeiter des berühmten Chaucer- 
Werkes, welches von der Kelmscott Press herausgegeben wurde. Die guten 
Traditionen der Birmingham School, die tüchtige, praktische Arbeit und der 
gediegene theoretischeUnterricht wurden auch unter der neuen Führung fest- 
gehalten. Die letzte Neuerung ist die Gründung einer Spezialschule für Archi- 
tektur, wo nicht nur Theorie, sondern auch Praxis betrieben werden soll. 
Diese Schule wurde Mitte vergangenen Septembers eröffnet, und zwar unter 
der Leitung des bekannten Architekten Mr. J. L. Ball, welcher eine Anzahl 
vorzüglicher moderner Architekten zur Seite hat, unter ihnen E. F. Reynolds 
und W. H. Bidlake. Die Neuerung ist von größter Wichtigkeit, denn in Eng- 
land herrscht noch immer das alte System, das heißt derjenige, welcher 
Architekt werden will, muß vier oder fünf Jahre bei einem Architekten in die 
Lehre gehen, was für ihn überdies mit einer sehr bedeutenden Geldausgabe 
verbunden ist. Die Architekten selbst haben diese neue Einrichtung als für 
den Stand sehr vorteilhaft begrüßt. Auch nach dieser Richtung ist also die 
Birmingham School of Art beispielgebend vorangeschritten. 
AUS DEM WIENER KUNsfTLYEÄB-PENÄ 
KARL M, KUZMANY-WIEN .. 
sc- VON 
QROT-DELACROIX-COURBET. Das sind Namen aus einer Epoche der fran- 
zösischen Kunst, die in Wien immer noch zugunsten der folgenden vernachlässigt 
geblieben ist. Die Galerie Miethke rechnet es zu ihren Aufgaben, hierin durch Aus- 
stellungen nachhelfend einzugreifen, wie sie denn im vorigen Jahre Manet und früher ein- 
mal Daumier gezeigt hat. Nun sind auch jene drei Repräsentanten verschiedenster Rich- 
tungen zu ihrem Rechte gekommen. Am ehesten weiß sich Corot anzuschmeicheln, dem 
freilich auch die Größe der Anschauung nicht versagt geblieben ist. Seine Figurenbilder, 
wie hier besonders das „Mädchen mit Laute", sind in der Organisation und in der Mache 
einer körnig kompakten Farbengebung von einer Gesinnung getragen, die an Chardin und
	        

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