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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 3)

Aus den Fragmenten des Kaiser- 
grabes allein ein Bild der künstlerischen 
Persönlichkeit Valkenauers zu entwer- 
fen, erscheint angesichts des trostlosen 
Zustandes dieserFragrnente ebenso ge- 
wagt wie unmöglich; andrerseits aber 
muß gerade die Tätigkeit des Meisters 
für dieses Monumentalwerk den leb- 
haften Wunsch erwecken, unser Wis- 
sen über seine künstlerische Anschau- 
ung und über die Grenzen seines Kön- 
nens zu erweitern. Als Grundlage für 
eine derartige Untersuchung kommen 
selbstredend zunächst die Trümmer 
des Kaisergrabes in Betracht. 
Nach dem Vertrage und den uns 
überkommenen Resten haben wir uns 
unter dem geplanten Monument eine 
Art Rundtempel von gut sechs Meter 
Durchmesser und etwas geringerer 
Gesamthöhe vorzustellen. Zwölf Säu- 
len sollten einen mächtigen, nach 
oben in Palmetten endenden Kronreif 
tragen. An den Säulen, die abwech- 
selnd eckig und rund gedacht waren, 
sollte unter Baldachinen je ein Stand- 
bild eines Kaisers, Königs oder einer 
Kaiserin zu stehen kommen. Man ver- 
gleiche die Schlußvignette. Von dem 
Denkmal haben sich nur erhalten der 
ganze Kronreif mit einigen Palmetten, 
dann etliche mehr oder weniger aus- 
geführte Baldachine. Das wichtigste 
aber stellen die Figuren dar. Nach 
den uns überkommenen Resten, acht 
von männlichen, drei von weiblichen 
Statuen, sollten also wohl auf je zwei 
Fürstenstatuen eine Fürstin treffen, 
so daß wohl Grund vorhanden ist 
anzunehmen, daß die Figuren die in 
der Gruft beigesetzten fürstlichen 
Abb. 5. Statue einer Kaiserin im Museum Carolino- __ _ _ 
Augumum in smmug Personllchkeiten darstellen sollten, 
also: die vier salischen Kaiser Kon- 
rad II., Heinrich III., Heinrich IV. und Heinrich V., sowie die Kaiserinnen
	        

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