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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 4)

Jetzt hat sie neben diesem Museum die erste niederländische Zeichnenschule für 
Kunst-Industrie gegründet. Diese Schule ist mit dem Museum verbunden, doch wird sie 
vorläulig in einem besonderen Gebäude gehalten. Sie stehtbunter der Direction des Museums 
und wird theilweise von der Gesellschaft, theilweise von der Regierung subsidiirt. 
DieSchuIe ist in 5 Classen vertheilt. In den 3 untern Classen werden die ersten 
Grundlagen des Zeichnens nach festenKorpem mit Berücksichtigung von Perspective, 
Anatomie und Propor-tionslehre docirt, in der vierten Classe die Anwendung des Zeichnen: 
fur Malerei, Sculptur und ArchiteltturQuebst Ornamentlehre, Kunstgeschichte und Symbolik; 
in der fünften Classe, die mehr besondere Anwendung des Zeichnens auf "verschiedene 
Gewerbe und eigene Composition mit freiem Studium im Museum. 
Das Schuljahr dauert von September bis Juni; der Unterricht wird jeden Abend 
von 7-9 Uhr gegeben, mit Ausnahme des Sonnabends und Sonntags. 
Am Ende eines jeden Schuljahres werden in allen Classen Concurrenzaufgaben gestellt. 
Director der Schule ist Herr B. J. Bouwmeester, Lehrer: Herr van Looy. 
Sie wird schon von 40 Lehrlingen besucht. 
Die neue Anstalt wurde am 7. Januar feierlich erdlfnet in Gegenwart der Autoritäten 
in Provinz und Gemeinde, der Direction der niederländischen Gesellschaft zur Beförderung 
der Industrie und des Comites für das Museum. Dieses Comite besteht aus den Herren 
A. J. Enschede, Präsident, A. C. Kruseman, S. Grafen von Limburg-Stirum, 
E. Colinet aus Amsterdam, O. Smissaert und F. W. van Eeden, Secretar. 
Herr A. C. Kruseman, dessen ausserordentlichem Eifer die Schule besonders 
ihre Gründung und Einrichtung verdankt, hielt bei der ErüEnung eine Rede, worin er 
den gegenwärtigen Verfall der einmal so weltberühmten niederländischen Kunstindustrie 
besprach, und die Holfnung ausdrückte, dass dieser erste Schritt auf der Bahn zur Ver- 
besserung allgemein im Lande Nachfolge Gnden würde. 
Das Haarlemer Museum für Kunst-Industrie breitet sich immer mehr aus. Es 
enthält grosstentheils Imitationen, Reproductionen und Abbildungen stylvoller Objecte, 
so streng als möglich geordnet, damit der Hauptzweck, Uebersicht der altern und neuern 
Stäle im Kunstgewerbe, erreicht, und den Besuchern auf diese Weise Anschauung und Be- 
le rung zugleich geboten werde. 
Jedes Obiect ist mit einer Beischrilt versehen, und weitere Aufklarung ist gegeben 
in einer kurzen Uebersicht des Museums, vom Secretär des Comites redigirt. 
Die Sammlun von Abbildungen ist ganz nach dem Vorbilde des bayrischen Ge- 
werbemuseurns in urnberg zusammengestellt. 
Auch Vortrage und specielle Ausstellungen werden durch das Comite des Museums 
veranstaltet. 
(Die Frauenarbelten im Pariser Salon.) Vergleich der Theilnahme des weib- 
lichen Geschlechts an den Ausstellungen im Pariser wSaion-t in den Jahren 1872 und 1878: 
 
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1872 1878 
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gar. Es äää gg, Es 3:5 
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E"? es Eäa sei s? "i-äa 
. ä i" E? 5'" ä 4 E51 3'" 
Fayencemalerei .  . . 11 15  73 86 
Porcellanmalerei. . . . . . 19 32 , 194 28a 
Miniaturen, Aquarell, Pastell etc. . 4.7 63  13 191 
Emailmalerei . . . . . . . . 146i 5 7 t 1762 1 25 
Holzschnitt, Kupferstich, Lithographie 5 5 y g io 
Mosaik . . . . . . . . 1 1 - - 
Sculptur . . . . . . . . . 1a 13 3! 4: 
i 
Summa. . 1461 98 136 1761 452 636 
Im Jahre 1872 sind bei der Gesammtzahl die Maler eingerechnet, im Jahre 1878 
jedoch nur die in den genannten Fächern vorkommenden Aussteller gezählt-H " 
  
Bolhlrlvnrhg du 0.343. inumu. 
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